10 Schritte zum eigenen Franchise Betrieb (für Franchise-Nehmer)



Die Checkliste hilft Ihnen weiter

Wie jeder Unternehmer muss auch ein Franchise-Nehmer seine berufliche Zukunft optimal vorbereiten. Eine gute Grundlage dazu bietet nachfolgende Checkliste mit den wichtigsten zehn Schritten zum Aufbau des Franchise-Betriebes:

1. Informationen sammeln

In Österreich gibt es viele interessante Franchise-Systeme. Informieren Sie sich darüber in der Franchisebörse der Wirtschaftskammern.

Für persönliche Gespräche steht Ihnen das Franchise Forum der Wirtschaftskammer Ihres Bundeslandes und der Österreichische Franchise-Verband (ÖFV) zur Verfügung.

Weiters bieten in- und ausländische Messen Gelegenheit zur Kontaktaufnahme.

2. Franchise-Systeme auswählen

  • Erstellen Sie mit Hilfe der Franchisebörse eine Liste jener Franchise-Systeme, die für Sie in Frage kommen.
  • Informieren Sie sich
  • Überprüfen Sie Ihre persönlichen und fachlichen Voraussetzungen für Ihre Selbständigkeit, z. B.
    • Persönlichkeitsmerkmale
    • Motive zur Unternehmensgründung
    • kaufmännisches Know-how
    • Fachwissen und Branchen-Erfahrung
    • Gewerbe-Berechtigung

3. Franchise-Systeme selber prüfen

  • Vereinbaren Sie einen persönlichen Termin beim Franchise-Geber bzw. bei den Franchise-Gebern und überprüfen Sie das Franchise-Angebot.
  • Lassen Sie sich über das Franchise-Paket und die darin enthaltenen Leistungen ausführlich informieren.
  • Die Checkliste zum Systemeinstieg für Franchise-Nehmer hilft Ihnen bei der Gesprächsführung.
  • Vereinbaren Sie Gesprächstermine mit Franchise-Nehmern des ausgewählten Systems, um die Einhaltung der versprochenen Leistungen in der Praxis zu überprüfen.

4. Franchise-Systeme mit Wirtschaftskammer-Beratern besprechen

Besprechen Sie das ausgewählte System mit Ihren Ansprechpartnern in der Wirtschaftskammer. Sie helfen Ihnen, offene Fragen zur Unternehmensgründung aus betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Sicht zu klären.

5. Weitere Berater kontaktieren

Besprechen Sie Ihr Vorhaben mit weiteren professionellen Beratern (Franchise- und Unternehmensberater, Rechtsanwälte, Steuerberater). Sie entwickeln mit Ihnen Detaillösungen.

6. Finanzierung sichern

Überprüfen Sie

  • Ihren Kapitalbedarf,
  • Ihre Eigenmittel und
  • das notwendige Fremdkapital.

Als Grundregel gilt: Zirka ein Drittel der Anfangsinvestitionen sollte aus Eigenkapital finanziert werden.

Beispiele für Anfangsinvestitionen:

  • Maschinen
  • Büro- und Geschäftsausstattung
  • KFZ
  • Startwarenlager

Beachten Sie in Ihrem Finanzplan auch die Kosten für Ihre private Lebensführung sowie die "Durststrecke" in der Anlaufphase (siehe Kapitel Businessplan). Erkundigen Sie sich auch nach öffentlichen Fördermitteln.

7. Vertrag unterzeichnen

Wenn alle Fragen positiv geklärt sind, unterzeichnen Sie den Franchise-Vertrag. Sie erhalten dann das Franchise-System-Handbuch, das Ihr unternehmerisches Verhältnis zum Franchise-Geber detailliert regelt.

Das Franchise-System-Handbuch beschreibt in Wort und Bild die Rahmenbedingungen und die Spielregeln für eine reibungslose Zusammenarbeit. Es dokumentiert den gesamten Know-how-Transfer an Sie und Ihre Mitarbeiter. Das Handbuch vertieft den Franchise-Vertrag und dient bei Streitigkeiten als Beweismittel.

8. Einschulung

Zunächst findet eine Einschulung durch den Franchise-Geber statt, die sich - je nach System - über mehrere Tage oder Wochen erstreckt. Häufig erhalten Sie als Franchise-Nehmer auch ein "Training on the Job". Im Betrieb des Franchise-Gebers oder eines erfahrenen Franchise-Nehmers absolvieren Sie ein Praktikum. Dadurch lernen sie, wie das System in der Praxis funktioniert.

9. Konzept umsetzen

Überprüfen Sie gemeinsam mit dem Franchise-Geber, was bei der Übertragung des Unternehmenskonzepts auf Ihren Markt besonders wichtig ist. Dabei kommt es auf die Detailliertheit des Franchise-Systems an. Wurden einzelne Bereiche des Konzeptes vom Franchise-Geber bereits ausformuliert, sind sie (nach inhaltlicher Prüfung) im Sinne einer einheitlichen Franchise-Philosophie zu übernehmen. Überall dort, wo der Franchise-Geber keine oder nur wenige unternehmerische Fragen regelt, ist es Ihre Aufgabe, sich um die nötigen Ergänzungen zu kümmern.

10. Betriebseröffnung

Ist die Übertragung des Unternehmenskonzepts auf Ihren Markt fertig entwickelt, können Sie mit der Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen beginnen und die offizielle Eröffnung Ihres Betriebes vorbereiten. Der Franchise-Geber wird Sie in dieser Phase besonders unterstützen.
 

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