Ein langfristiges Finanzierungsmodell
Eine Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung ist die Aufnahme von Eigenkapital über Aktienverkauf an der Börse. Börsen sind allerdings kein einfaches Finanzierungsinstrument.
Für Jungunternehmer war und ist ein Börsengang (Going Public) meist ein langfristiges Ziel, da ein Börsengang nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist:
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geeignete Rechtsform
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großes Finanzierungsvolumen
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mindestens 10 Millionen Euro Gewinnpotential
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entsprechende Einstellung
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strategische Ausrichtung mit starker Öffnung nach außen
Nicht zu unterschätzen ist auch der finanzielle und administrative Aufwand, der mit dem Börsengang verbunden ist. Für typische Jungunternehmer ist der Börsengang daher keine echte Finanzierungsalternative.
Initial Public Offering (IPO)
Initial Public Offering (IPO) bedeutet, dass ein Unternehmen erstmals den inländischen Aktienmarkt für die Aufstockung seiner Eigenkapital-Mittel in Anspruch nimmt. Mit einem Börsengang bieten Sie interessierten Anlegern Aktien des Unternehmens zum Kauf an.
Der Erfolg eines IPO hängt von folgenden Faktoren ab:
- Strategische Ausrichtung Ihres Unternehmens auf Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsvorteile in Ihrem jeweiligen Marktumfeld.
- Rechtzeitige und professionelle Vorbereitung der Börsenfähigkeit, z.B. durch Optimierung von
- Unternehmensstruktur/-organisation
- Management
- Controlling/Finanzwesen
- Vorbereitung einer realistischen und attraktiven Wachstumsstrategie für die Zeit nach dem Börsengang.
- Marketing des Börsenwertes im Vorfeld und insbesondere nach dem Börsengang.
Informationen zum Thema IPO finden Sie auf der Website der Wiener Börse.
Vor- und Nachteile eines Börsengangs
Ein Börsengang ist ein komplexes Vorhaben, das mit zahlreichen Vor- und Nachteilen für den Unternehmer verbunden ist.
Vorteile:
- Das frische Eigenkapital kann für Investitionen und ein rascheres Wachstum verwendet werden.
Über den Kapitalmarkt erreichen Sie verhältnismäßig viele potentielle Eigenkapital-Geber, da sich aufgrund der Stückelung des Nennkapitals nicht nur Großinvestoren beteiligen können. Die Mitsprache-Rechte der Aktionäre sind eingeschränkt. Dadurch können Sie das Risiko, in Abhängigkeit eines externen Financiers zu kommen, reduzieren. - Verbesserung der Eigenkapitalbasis
Dadurch können Sie bei Kreditverhandlungen bessere Konditionen ausverhandeln. - Ein Börsengang steigert Ihren Bekanntheitsgrad bei Kunden, Lieferanten und Banken.
Bereits bei Börseneinführung ist das Medieninteresse in der Regel relativ groß. - Eine Mitarbeiter-Beteiligung durch Aktien steigert die Mitarbeiter-Motivation.
- Durch einen Börsengang streuen bzw. teilen Sie das Risiko.
Nachteile:
- Ein Börsengang ist mit erheblichen administrativen und finanziellen Aufwänden verbunden. Die Kosten des Börsengangs betragen zwischen fünf und zehn Prozent des Emissionsvolumens.
- Aktionäre wollen von der Entwicklung des Unternehmens informiert werden, vor allem auch wenn es sich um negative Unternehmens-News handelt. Die Publizitätsvorschriften sind relativ umfangreich. Als börsennotiertes Unternehmen sind Sie verpflichtet, Quartalsberichte und Jahresabschlüsse zu veröffentlichen und den Aktionären in der Hauptversammlung Rede und Antwort zu stehen.
- Sie können Entscheidungen nicht mehr hundertprozentig allein treffen, verlieren also Einfluss. Allerdings gibt es Möglichkeiten, das Mitspracherecht der Aktionäre in einem gewissen Rahmen zu halten.
Gewinnwertpapier
Eine andere Möglichkeit des „going public“ für Jungunternehmer mit Expansionsvorhaben ist das Gewinn-Wertpapier, das ab ca. 400.000 Euro aufwärts in Frage kommt.
Dem Unternehmen fließt durch die Emission eines Gewinn-Wertpapiers Kapital zu, für das wie bei einer Aktie keine Sicherheiten erforderlich sind und das gewinnabhängig verzinst wird. Anders als bei einer Aktienemission sind die Zeichner von Gewinnwertpapieren am Unternehmen nicht beteiligt, sondern nur an dessen Ertrag. Die Eigentumsverhältnisse ändern sich daher nicht. Die Beteiligung erfolgt mit einer mindestens zehnjährigen Laufzeit.
Die Investoren erwarten natürlich entsprechende Gewinn-Ausschüttungen. Die Austria Wirtschaftsservice Ges.m.b.H. übernimmt bis zu einem gewissen Grad eine Kapitalgarantie für die Investoren, die somit bei einer Insolvenz des Beteiligungsunternehmens in diesem Rahmen abgesichert sind.
Beim Gewinnwertpapier handelt es sich um Risikokapital, das folgende Vorteile für Ihr Unternehmen bringt:
- langfristiges, ruhendes Kapital
- keine fixe Verzinsung; Investoren erhalten Gewinnanteil
- keine Sicherheiten erforderlich
- Gewinnanteile sind Betriebsausgaben, die den Gewinn vermindern
- öffentlichkeitswirksames going public
- keine Änderung der Eigentümerstruktur
Umfangreiche Informationen zum Gewinnwertpapier finden Sie unter http://www.awsg.at
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