Eine Ergänzungsfinanzierung
Der Ausdruck Mezzaninkapital leitet sich vom italienischen Wort „mezza“ (=Mitte) ab. Mezzaninkapital wird meist als Ergänzungsfinanzierung zu anderen Finanzierungsinstrumenten verwendet. Es handelt sich um eine befristete Mischform von Eigenkapital und Fremdkapital, die sich auf Beteiligungen am Gewinn und nicht auf Sicherheiten stützt. Im Wesentlichen ist Mezzaninkapital durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
- keine Sicherheiten
- gewinnabhängige Verzinsung und
- langfristige Bereitstellung (zehn Jahre)
- nachrangiges Kapital, d. h. Mezzaninkapital wird im Insolvenzfall erst nach Bedienung des Fremdkapitals, z. B. der Kredite, bedient.
Je nach Ausprägung in der Bilanz als Eigen- oder Fremdkapital gibt es verschiedene Formen von Mezzaninkapital: von der Stillen Beteiligung, die an der Wertsteigerung des Unternehmens partizipiert und somit sehr eigenkapitalnahe ist, bis zum nachrangigen Kredit, der eher Richtung Fremdkapital tendiert.
Das durch Mezzanin-Gesellschaften aufgebrachte Finanzierungsvolumen liegt üblicher Weise in einer Bandbreite zwischen 500.000 und 7,5 Mio. Euro.
Mezzaninkapital wird in der Regel bei Unternehmen in der Wachstums- und Expansionsphase eingesetzt oder zur Finanzierung von Eigentümerwechseln verwendet. Diese Art der Finanzierung konzentriert sich daher auf etablierte Unternehmen und ist für Gründungen nicht relevant.
Arten von Mezzaninkapital
Je nach Ausprägung des Eigen- bzw. Fremdkapitalcharakters gibt es verschiedene Formen von Mezzaninkapital. Die wichtigsten haben wir hier für Sie zusammengefasst:
Bei Mezzaninkapital im engeren Sinn handelt es sich um eine nachrangige Fremdkapitalfinanzierung. Diese Nachrangigkeit im Falle einer Zahlungsunfähigkeit ist natürlich mit relativ hohen Zinsen verbunden.
Eine stille Beteiligung kommt zustande, wenn sich ein Dritter am Gewinn und Verlust eines Unternehmens mit einer Vermögenseinlage beteiligt. Ein Mitspracherecht im Unternehmen ist dabei nicht gegeben, der stille Gesellschafter scheint auch nach außen nicht auf.
Es wird zwischen der typisch stillen Gesellschaft (Verlustbeteiligung nur bis zur Höhe der Einlage, reine Nominalbeteiligung) und der atypisch stillen Gesellschaft (auch Beteiligung am Vermögenszuwachs, d. h. inkl. stiller Reserven) unterschieden. Diese wird ebenfalls als haftendes Kapital eingebracht, muss jedoch zu vereinbarten Konditionen zurückgezahlt („abgeschichtet“) werden.
Eine weitere Form von Mezzaninkapital stellen Wandelanleihen (=convertible bonds) dar. Bei einer Wandelanleihe handelt es sich um Fremdkapital, das zur Verfügung gestellt wird, und unter bestimmten Voraussetzungen in Eigenkapital umgewandelt werden kann.
Optionsanleihen sind ähnlich wie Wandelanleihen aufgebaut. Dem Fremdkapitalgeber wird hier das Recht eingeräumt, zusätzlich zu seiner Anleihe Eigenkapitalanteile des Unternehmens zu erhalten.
Bei einem gewinnabhängigen Darlehen muss der Unternehmer nur dann der Zinszahlung nachkommen, wenn er Gewinne schreibt. Werden keine Gewinne erwirtschaftet, müssen auch keine Zinsen gezahlt werden. Das Risiko der Nichtbedienung in wirtschaftlich schlechten Zeiten wird mit erhöhten Zinssätzen (in Gewinnzeiten) abgegolten.
Gewinnschuldverschreibungen haben eine fixe und eine variable Komponente. Der fixe Zinssatz muss – unabhängig von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens - immer gezahlt werden. Wenn entsprechende Gewinne erwirtschaftet werden, müssen zusätzlich zu den fixen Zinsen auch variable Zinsen gezahlt werden. Die fixen Zinsen sind jedoch deutlich niedriger als beim gewinnabhängigen Darlehen, da das Risiko des Zinszahlungsausfalls nicht gegeben ist.
Zu Mezzaninkapital im weiteren Sinn zählen u. a. Vorzugsaktien (das sind Aktien, die kein Stimmrecht verbriefen, dafür aber mit bevorzugter Bedienung ausgestattet sind) und sonstige Genussrechte, die beispielsweise keine Eigentums-, sondern nur Anspruchsrechte verbriefen.
Bewertung Mezzaninkapital
Vorteile:
Ein wesentlicher Vorteil der Mezzaninkapital-Finanzierung gegenüber der Fremdkapital-Finanzierung ist, dass Mezzaninkapital-Geber keine Sicherheiten verlangen. Sicherheiten können also für weitere Fremdfinanzierungen verwendet werden.
Da Mezzaninkapitalgeber keine Sicherheiten verlangen und bei Zahlungsschwierigkeiten nachrangig behandelt werden, steigt die Bonität des Unternehmers gegenüber potentiellen Fremdkapitalgebern.
Die Bilanzstruktur wird verbessert und Kreditspielräume aufrecht erhalten.
Nachteile:
Da der Mezzaninkapitalgeber ein hohes Risiko in Kauf nimmt, sind die Kosten einer solchen Finanzierung relativ hoch. Neben einer laufenden Verzinsung, die in der Regel zwischen 3,5 und 5 Prozent über dem Euribor liegt, muss der Unternehmer auch ein fixes und/oder variables Abschichtungsaufgeld am Ende der Laufzeit zahlen.
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