Gründerbilanz 2011: Über 7.400 neue Unternehmen in Niederösterreich
„Der blau-gelbe Unternehmergeist blüht. Das Unternehmertum in Niederösterreich hat Tradition, Gegenwart und Zukunft.“ Mit diesen Worten resümiert Sonja Zwazl, die Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich, die „Gründerbilanz 2011“. „Jedes fünfte Unternehmen, das in Österreich neu entsteht, wird in Niederösterreich gegründet.“
Insgesamt (inklusive selbstständige Personenbetreuer) wurden in Niederösterreich im Vorjahr 7.434 Unternehmen neu gegründet. Ohne Personenbetreuer waren es genau 5.543 Unternehmen. Die Zahl der aktiven Betriebe in Niederösterreich hat mit über 80.000 einen neuen Höchststand erreicht. Zum Vergleich: Vor rund 20 Jahren waren es gerade halb so viele.
„Die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer in unserem Land sind optimistisch und voller Tatendrang“, so Markus Aulenbach, der neue Vorsitzende der Jungen Wirtschaft in Niederösterreich. Begeisterung, Elan und der Wille zur Leistung zeichne die Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer aus. Die Unterstützung durch die WKNÖ – „der Weg zur Bezirksstelle ist nicht weit“ – sei hervorragend.
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Gründungen um 312 (- 4 % mit Personenbetreuern) bzw. 187 (- 3,3% ohne) zurückgegangen. Niederösterreich liegt damit deutlich besser als der Österreich-Schnitt (- 5,4% mit Personenbetreuern/- 4,5%). Auch bei der Gründungsintensität, also der Zahl der neuen Betriebe in Relation zur Zahl der aktiven Kammermitglieder, liegt Niederösterreich deutlich über dem Bundesschnitt.
Niederösterreichs Wirtschaft immer weiblicher
Zugleich wird die blau-gelbe Wirtschaft immer weiblicher. 43 Prozent der Betriebsgründungen – ohne Personenbetreuer - erfolgten durch Frauen, der zweithöchste je erreichte Wert. Zum Vergleich: Vor 15 Jahren hat der Frauenanteil noch nicht einmal 30 Prozent betragen. Inklusive Personenbetreuerinnen sind sogar sechs von zehn Gründungen weiblich. Auch beim Frauenanteil liegt Niederösterreich über dem Österreich-Schnitt.
Jede Gründung steht für fünf Arbeitsplätze
Weitere Ergebnisse im Detail:
· Das Durchschnittsalter der Gründerinnen und Gründer liegt bei 37,8 Jahren – sie sind damit rund ein halbes Jahr jünger als 2010.
· Nach Sparten weist das Gewerbe und Handwerk die meisten Gründungen auf, gefolgt vom Handel und Information und Consulting.
· Im Schnitt werden – inklusive der jeweiligen Unternehmerin/dem jeweiligen Unternehmer – von jedem neuen Betrieb direkt, über Vorleistungs-Verflechtungen und Kaufkrafteffekte fünf Arbeitsplätze geschaffen.
„Wir haben in Niederösterreich also derzeit sowohl deutlich über eine halbe Million unselbstständig Beschäftigte, wie auch immer weiter steigende Unternehmerzahlen - also einen gesunden Zulauf zur Selbstständigkeit“, so Zwazl. „Das tut dem gesamten Standort Niederösterreich gut.“
„Anleitung zum erfolgreichen Scheitern“
Aulenbach nahm klassische Fehler bei Unternehmensgründungen mit einer kräftigen Prise Humor und einer „Anleitung zum erfolgreichen Scheitern – 5 ‚todsichere‘ Tipps für Gründer“ aufs Korn:
1. Meiden Sie das Gründerservice der Wirtschaftskammer. Ihre Gewerbeberechtigung genügt.
2. Sie wollen einen Businessplan erstellen? Ein dynamischer Gründer braucht so etwas nicht.
3. Marktnischen suchen? Wozu? Am Markt ist doch genug Platz für alle!
4. Setzen Sie möglichst nur auf einen Kunden. Mehr machen nur unnötigen Aufwand!
5. Verschwenden Sie nicht zu viel Zeit mit Steuer- und Abgabenterminen. Unternehmer haben schließlich Wichtigeres zu tun!
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