Betriebliche Versicherung

Risiken erkennen, bewerten und abwenden

  1. Betriebliche Risiken
  2. Vertriebskanäle
  3. Betriebliche Versicherungen im Überblick
  4. Tipps für den Versicherungsabschluss

1. Betriebliche Risiken

Unabhängig davon, ob Sie einen Betrieb neu gründen oder einen Betrieb übernehmen – in beiden Fällen treten Risiken auf, gegen die Sie sich absichern sollten.

Kaufen Sie Versicherungen gezielt ein, indem Sie systematisch vorgehen:

  • Risiken erkennen:
    Zunächst sollten Sie alle Risiken erkennen und auflisten. In einem weiteren Schritt sind diese zu bewerten.
  • Risiken bewerten:
    Es ist nicht sinnvoll, alle Risiken zu versichern. Es wird darauf ankommen, wie groß Sie das jeweilige Risiko einstufen.
    • Katastrophenrisiko:
      Der Schaden kann für das Unternehmen den Existenzverlust bedeuten.
    • Großrisiko:
      Die gesetzten Unternehmensziele können zwar nicht erreicht werden, das Unternehmen bleibt jedoch im Schadensfall bestehen.
    • Mittleres Risiko:
      Die gesetzten Ziele sind bei Eintritt des Schadensfalles gefährdet.
    • Kleinrisiko:
      Es tritt keine Gefährdung der Unternehmensziele ein – meist Bagatellschäden.
  • Risiken abwenden:
    Aufgrund der Ergebnisse der Risiko-Erkennung und -Bewertung sollten Sie abschließend überlegen, über welche Möglichkeiten Sie verfügen, diese Risiken von Ihrem Unternehmen abzuwenden:
    • Risiko vermeiden:
      • anderes Fertigungsverfahren
      • Herausnahme eines gefährlichen Produktes aus dem Verkaufsprogramm
    • Risiko vermindern:
      • Brandschutz
      • externes Lager
      • externe Datensicherung
      • Schutzhelm
    • Risiko überwälzen:
      • Abschluss einer Versicherung

2. Vertriebskanäle

Eine Versicherung kann über verschiedene Vertriebskanäle verkauft werden. Eine wesentliche Rolle spielen die haupt- oder nebenberuflichen Mitarbeiter von Versicherungsgesellschaften.

Daneben gibt es auch Versicherungsmakler, -berater und Versicherungsagenten, welche auf selbstständiger Basis arbeiten. In der Regel arbeiten diese mit mehreren Versicherungsgesellschaften zusammen, holen mehrere Angebote ein und suchen für Sie das beste aus.

Die Betreuung durch einen Makler ist üblicherweise kostenlos. Dieser holt sich seine Provision bei der Versicherung. Für die reine Beratung (und Versicherungsabschluss bei anderen Personen oder Gesellschaften) wird ein Honorar in Rechnung gestellt.

Informationen zu Versicherungsmaklern und Versicherungsagenten finden Sie auch unter 3. Betriebliche Versicherungen im Überblick .

3. Betriebliche Versicherungen im Überblick

  • Sachversicherungen:
    Sie schützen vor Substanzverlusten bei Gebäuden, Waren, Einrichtungen, Datenträgern etc.
    Dazu zählen insbesondere Versicherungen gegen
    • Feuer
    • Einbruchdiebstahl
    • Sturmschaden
    • Leitungswasserschaden
    • Maschinenbruch
    • Elektrogeräte- und Computerversicherungen.
  • Vermögensschaden-Versicherungen:
    Sie decken entgangene Erträge (z. B. durch Maschinenstillstand) oder zusätzliche Kosten (z. B. Rechtsanwaltskosten) aufgrund eines eingetretenen Schadens ab.
    Beispiele dafür sind folgende Versicherungen:
    • Betriebshaftpflicht
    • Betriebsrechtsschutz
    • Betriebsunterbrechung, bei
      • Krankheit
      • Unfall
      • Feuer
      • Maschinenschaden
  • Personen-Versicherungen:
    Sie gelten für Betriebsinhaber, Gesellschafter oder Arbeitnehmer. Sie können zusätzlich zur gesetzlichen Sozialversicherung bei privaten Versicherungen abgeschlossen werden.
    Beispiele:
    • Lebensversicherung
    • Krankenversicherung
    • Unfallversicherung
    • Abfertigungsversicherung

4. Tipps für den Versicherungsabschluss

  • Geben Sie Ihrem Versicherer die Möglichkeit, das zu versichernde Objekt an Ort und Stelle zu besichtigen und vermerken Sie dies im Antrag "wie besichtigt“.
  • Sonder-Vereinbarungen sind im Antrag zu vermerken und müssen auch im Polizzen-Text aufscheinen.
  • In komplizierteren Fällen verlangen Sie die Beiziehung eines Spezialisten für die entsprechende Sparte.
  • Holen Sie immer mehrere Angebote ein.
  • Informieren Sie sich genau über den Umfang der Deckung und die Art der Prämien-Berechnung für jede Versicherungssparte. Gehen Sie keine Unterversicherung, aber auch keine Überversicherung ein.
  • Achten Sie auf eventuelle Risiko-Ausschlüsse, und lassen Sie sich diese erklären. Versuchen Sie, diese zu Ihren Gunsten abzuändern.
  • Es können viele Nebenabreden (Klauseln) im Vertrag vereinbart werden, z.B.
    • Einschluss zusätzlicher Risiken ohne oder gegen Prämienzuschlag
    • Selbstbehalt gegen Prämiennachlass
  • Vereinbaren Sie möglichst kurze Laufzeiten des Versicherungsvertrages.
    Es ist Verhandlungssache, den mit einer längeren Laufzeit verbundenen Treue-Rabatt dennoch zu bekommen. Bei einer früheren Kündigung wäre dieser allerdings an die Versicherung zurückzuzahlen.
  • Überlegen Sie sich, ob Sie ein geringes Risiko selbst tragen.
  • Informieren Sie sich genau, wie Sie sich im Schadensfall verhalten müssen.
  • Unterschreiben Sie nie einen Versicherungsvertrag blanko.
  • Kontrollieren Sie von Zeit zu Zeit, ob Ihre Versicherungen noch mit dem Risiko übereinstimmen.
Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit dem Versicherungsberater vor. Unser Infoblatt "Betriebsversicherungen" hilft Ihnen dabei.
14.9.2015
auf Facebook teilen | auf Twitter teilen | Teilen mit Google+ diese Seite per E-Mail versenden diese Seite drucken als PDF downloaden

Downloads

zu diesem Dokument