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Offene Gesellschaft (OG)

Die Offene Gesellschaft (OG) ist eine sogenannte Personengesellschaft und besteht aus mindestens zwei Gesellschaftern, die für die Gesellschaftsschulden unmittelbar und auch mit ihrem Privatvermögen haften.   

Gesellschaftsvertrag

Für das Gründen einer OG brauchen Sie einen Gesellschaftsvertrag zwischen den Gesellschaftern. Ein Gesellschaftsvertrag ist gesetzlich an keine Form gebunden, Sie dürfen ihn daher auch mündlich schließen. Allerdings wird die Schriftform empfohlen. Sie müssen weder Notar noch Rechtsanwalt einbeziehen.

Im Gesellschaftsvertrag sollten alle Rechte und Pflichten der Gesellschafter untereinander und zur Gesellschaft geregelt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Geschäftsführung und Vertretung
  • Gewinn- und Verlustbeteiligung
  • Abstimmungsverhältnis für wichtige Entscheidungen
  • Regelungen für Tod
  • Ausscheiden
  • Liquidation der Gesellschaft  

Firmenbuch

Nachdem Sie den Gesellschaftsvertrag abgeschlossen haben, müssen Sie die Personengesellschaft zur Eintragung in das Firmenbuch anmelden. In das Firmenbuch wird alles, was für geschäftliche Kontakte von Bedeutung ist, eingetragen z. B.:

  • Haftung der Gesellschafter
  • Vertretungsbefugnis
  • Firmenwortlaut

Die OG wird erst mit dem Eintrag im Firmenbuch existent.

Firmenwortlaut

Der Firmenwortlaut einer OG kann als Personen-, Sach- oder Fantasiefirma gestaltet sein, wobei die Bezeichnung „Offene Gesellschaft“ oder eine allgemein verständliche Abkürzung dieser Bezeichnung (z.B. "OG") zu verwenden ist (z.B. "Springer OG", "XY Holzhandel OG" oder "Complex OG")

Vertretung

Nach dem Gesetz ist jeder unbeschränkt haftende Gesellschafter berechtigt und verpflichtet, die Gesellschaft zu vertreten. Sollen unbeschränkt haftende Gesellschafter von der Geschäftsführung ausgeschlossen werden, muss dies im Gesellschaftsvertrag vereinbart und im Firmenbuch eintragen sein. Eine beschränkte Vertretungs- und Geschäftsführungsbefugnis bewirkt keine Haftungsbeschränkung gegenüber den Gläubigern.

Gewerbeberechtigung

Wird die Gesellschaft gewerblich tätig, muss sie um eine Gewerbeberechtigung ansuchen, die auf die Gesellschaft lautet. Dafür muss sie einen gewerberechtlichen Geschäftsführer bestellen. Das kann entweder ein unbeschränkt haftender Gesellschafter sein oder ein voll versicherungspflichtiger Arbeitnehmer. Sein Arbeitsverhältnis zur Gesellschaft muss mindestens die Hälfte der wöchtentlichen Normalarbeitszeit ausmachen.

Sozialversicherung

Bei einer gewerblich tätigen OG sind alle Gesellschafter nach dem Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG) pflichtversichert.

Steuern

Die OG ist nicht einkommensteuerpflichtig, die einzelnen Gesellschafter mit ihrem Gewinnanteil sind es jedoch schon. Erhält ein Gesellschafter von der Gesellschaft Vergütungen (z. B. für Mitarbeit), sind diese ebenfalls einkommenssteuerpflichtig.  

Umsatzsteuer ist von der Gesellschaft zu entrichten, Bilanzierungspflicht ist grundsätzlich erst ab Erreichen eines Jahresumsatzes von 700.000,-- Euro gegeben.
 

Vorteile einer OG

  • Rasche und einfache Gründung
  • Einnahmen-Ausgaben-Rechnung bis Bilanzierungspflicht
  • Es reicht, wenn einer der Gesellschafter die gewerberechtliche Befähigung erbringt (falls erforderlich).  

Nachteile der OG

Solidarisches Prinzip- Persönliche, unbeschränkte Haftung (auch bei Beschränkung der Vertretungs- und/oder Geschäftsführerbefugnis)