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Blech hat goldenen Boden

Etwas Greifbares schaffen

Mit Wolfgang Fladischer hat bei der gleichnamigen Grazer Bauspenglerei bereits die dritte Generation die Blechschere in die Hand genommen. Mit überaus bemerkenswerten Einsichten.

 

Am Anfang war ein "nein“. Und zwar das des älteren Bruders auf die Frage, ob er den Betrieb des Vaters übernehmen wolle. Dieser war eher abgeneigt und so wurde der jüngere Wolfgang Fladischer – damals gerade einmal 17 Jahre alt – erstmals mit der Idee konfrontiert, ob er sich eine Zukunft als Firmenchef vorstellen könnte. Noch heute erinnert sich Fladischer, mittlerweile 34 Lenze jung, an seine damaligen Gedanken: "Wäre doch "Wenn etwas da ist, warum sollte ich es nicht fortführen?“ schade. Wenn etwas da ist, warum sollte ich es nicht fortführen?“ Tiefergehendes Interesse am Beruf entsteht allerdings erst ein paar Jahre später. 1997 – die Matura einer HTL für Hochbau bereits in der Tasche – beginnt der Junior mit seiner Berufsausbildung zum Spenglermeister. Wolfgang Fladischer: "Für jemanden wie mich war es immer wichtig, etwas zu erschaffen, das greifbar ist. Die Bauspenglerei ist genau so ein Beruf.“

Uhrturm als Meisterstück

Als erster Österreicher überhaupt besuchte Fladischer die renommierte Meisterschule im deutschen Stuttgart und legte schließlich 2003 die Meisterprüfung ab. Neben einem Pflichtstück galt es dabei, auch ein individuelles Meisterstück zu schaffen. Fladischers Überlegung: "Wenn ich schon der erste Österreicher bin, dann muss es auch mit der Heimat zu tun haben.“ Gesagt, und mit viel Geschick getan: Noch heute ziert ein Foto des zwei Meter hohen Modells des Grazer Uhrturms aus Kupferblech die Webseite des Unternehmens. Eines Unternehmens, das bereits im Jahr 1956 von Großvater Franz gegründet und seit 1985 von Vater Wolfgang Fladischer senior weitergeführt worden war. Mit Beginn des Jahres 2009 hat nunmehr Wolfgang junior das Heft endgültig in die Hand genommen und leitet die mehrfach ausgezeichnete Firma, die derzeit acht Mitarbeiter beschäftigt.

2 Jahre Vorbereitung

Sich Hals über Kopf in das Abenteuer Selbstständigkeit zu stürzen – das war Fladischers Sache aber nie. Ganz im Gegenteil. Schon seit 2006 hatte er sich gemeinsam mit einem befreundeten Unternehmensberater aus Oberösterreich gewissenhaft auf die Unternehmensnachfolge vorbereitet. Fladischer: "Rückblickend gesehen war eine der wichtigsten Entscheidungen. Ohne dieses frühzeitige Begleiten der Übergabe wäre es ziemlich chaotisch zugegangen.“ Den Tipp, mit zwei bis drei Jahren Vorbereitungszeit zu rechnen, gibt der 34jährige jetzt auch an all jene weiter, die sich mit ähnlichen Nachfolge-Gedanken tragen. Fladischers geradezu entwaffnend logische Begründung: "Die meisten Übergeber haben vorher noch keinen Betrieb übergeben und ebenso die Übernehmer keinen übernommen. Woher soll man also wissen, was alles zu tun ist?“

Vater als Stütze

Nur konsequent, dass der Steirer auch die Beratungsangebote des Gründerservice der Wirtschaftskammern Österreichs gerne in Anspruch genommen hat und damit "wirklich sehr zufrieden“ war: Zuhören, sich Zeit nehmen, Auswertung, Beratung und Nachbetreuung, einfach einen Ansprechpartner zu haben, der versteht, worum es in so einer Situation geht – all das hat dem Neo-Unternehmer in der damaligen Situation sehr geholfen. Und das gilt noch in viel höherem Maß auch für den Vater, der trotz Pensionierung nach wie vor eine aktive Rolle spielt und mit Ausnahme von Eigentümerentscheidungen in allen Bereichen "Zwei stolze Persönlichkeiten verträgt kein Betrieb.“ aushilft. Der Junior: "Es ist sehr von Vorteil, wenn man so eine Stütze im Betrieb hat.“ Und obwohl in seinem Fall die Übergabe reibungslos vonstatten gegangen ist, weiß Fladischer: "Zwei stolze Persönlichkeiten verträgt kein Betrieb.“ Daher sein Rat an "mit dem Kopf durch die Wand“-Charaktere, besser in einer Neugründung als in einer Übernahme ihr Glück zu versuchen.

Zuwachs: Stahlbauschlosserei

Das Leben in der Firma ist indes vor allem auch der Spezialisierung auf Reparaturen und bauliche Maßnahmen gegen den Eintritt von Feuchtigkeit gewidmet. Generell reicht die Angebots-Palette des Unternehmens von klassischen Spengler-Arbeiten über Fassadenbau und Flachdachisolierung bis hin zur Taubenabwehr. Das größte Highlight speziell des abgelaufenen Jahres sei die Erweiterung seines Aufgabengebietes um die Tätigkeiten einer Stahlbauschlosserei gewesen. Wolfgang Fladischer: "Die Erweiterung um den Stahlbau war ein großer Schritt. Dieser Bereich wurde von unseren Kunden schon sehr gut angenommen.“ Hat der Unternehmens-Nachfolger eventuell noch weitere Ausbaupläne im Kopf? Fladischer gibt sich zurückhaltend: "Ein zu rasches Wachstum halte ich in der derzeitigen Situation für unklug.“

Starke Frau, starke Philosophie

Und noch eine wichtige Erkenntnis hat Fladischer – nicht als erster – längst gewonnen: "Hinter jedem starken Mann steht eine noch stärkere Frau.“ Eine Aussage, die auch in seinem Fall ins Schwarze zu treffen scheint. Und obwohl Fladischers Frau nicht im Unternehmen arbeitet, werden Entscheidungen oft gemeinsam getroffen. Vor allem aber: "Sie ist dafür verantwortlich, dass ich auch ein Leben außerhalb der Firma habe.“ Überhaupt ist die Einsicht um das "Leben jenseits des Betriebs“ so etwas wie eine Grundphilosophie "Wenn man glaubt, ein Ziel erreicht zu haben, sollte man aufhören. Denn ab diesem Zeitpunkt lehnt man sich zurück.“ hinter dem Wirken des ausgeglichenen Jung-Chefs. Fladischer: "In Wahrheit ist es nur wichtig, dass man an sich und an das was man tut auch glaubt.“ Die Ziele dürfen dabei nach Fladischers Vorstellungen ruhig hoch gesteckt sein. Denn: "Wenn man glaubt, ein Ziel erreicht zu haben, sollte man aufhören. Denn ab diesem Zeitpunkt lehnt man sich zurück.“ Logische Konsequenz: "Dann ist die nächste Generation an der Reihe.“ Bleibt die Frage, ob sich der noch kinderlose Jungunternehmer eines Tages eine Übergabe an eine vierte Generation wünschen würde? Wolfgang Fladischer: "Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Spontan würde ich sagen: Es ist nicht so wichtig.“

 

Spenglerei Wolfgang Fladischer

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