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Ein antikes Paradies

Beamter in Bewegung

Ein Beamter aus dem Burgenland zieht einen Schlussstrich. Und schreibt eine neue Erfolgsgeschichte.

 
 
"Selbstverantwortung und in Bewegung sein“ – so einfach lässt sich die Gründungs-Motivation von Rudolf Fabsits auf den Punkt bringen. Und dass die Sache mit der Bewegung keineswegs eine leere Formel ist, zeigt das Beispiel des in der Steiermark geborenen Burgenländers tatsächlich perfekt. Fabsits war vor seiner Gründung und seinem erfolgreichen Einstieg ins Unternehmertum in der Antiquitäten-Branche nämlich eigentlich auf einem völlig anderen beruflichen Gleis unterwegs gewesen. Einem Gleis, das zwar die vermeintliche Sicherheit einer vorgegebenen Richtung versprochen, aber wenig Raum für neue Ideen gelassen hatte. Denn: Der heute 38jährige war 15 Jahre lang Techniker bei der Telekom Austria, war Beamter gewesen. Allerdings kein "typischer Beamter“, wie Fabsits heute meint. Vielleicht nur konsequent für einen Menschen, der sein unternehmerisches Credo heute so umschreibt: "Meine Ideen ohne größere administrative Blockaden umzusetzen, Menschen zu überzeugen und Freude zu bereiten.“
 

Antiquitäten-Ebayer

Die Wurzeln der Geschäftsidee jenseits des Telekom-Beamtentums reichen in die Jugend von Rudolf Fabsits zurück. Schon im väterlichen Haus bewundert der junge Rudolf das alte, schöne Mobiliar in Küche und Wohnzimmer. Fabsits: "Ich habe mich zu diesen Dingen hingezogen gefühlt. Hier hat sich der erste Kontakt und auch die erste Liebe zu alten Stücken entwickelt.“ Eine Liebe, die sich im Lauf der Jahre immer mehr intensiviert, durch regelmäßige Flohmarkt-Fahrten neue Nahrung erhält und letztlich auch die Telekom-Jahre überdauert. Da auch die Liebe zum Handel irgendwie schon immer da gewesen sei, war der erste Schritt ins Unternehmertum – vorerst nur neben dem Telekom-Job – im Grunde genommen nur konsequent: die Firmengründung in Stinatz im Jahre 2000. Kern des Geschäfts war und ist der Online-Handel mit erlesenen Antiquitäten, Stilmöbeln und Designerstücken. Anfangs auf der Auktionsplattform OneTwoSold vertreten, ist Fabsits bald vom heutigen Platzhirschen ebay angetan. Rund 95 Prozent aller Verkäufe werden über den mit rund 800 Exponaten gefüllten Online-Shop auf ebay abgewickelt, etwa 60 Prozent der Kunden kommen aus Deutschland, 30 Prozent aus Österreich.
 

Beamtentum ade

Im Laufe der Jahre wächst das Antikparadies im Internet – offiziell unter "IF-Antik“ firmierend – immer weiter. Finanzielle Unterstützung für die Webseite kommt dabei aus Töpfen der EU. Und so kommt es tatsächlich so, wie es nur wenige erwartet haben: Fabsits hängt seinen Beamten-Job endgültig an den Nagel und widmet sich fortan voll seinem Unternehmen, das mittlerweile bereits drei Mitarbeiter beschäftigt. Der Umstieg fiel dem Burgenländer leicht, sagt Fabsits heute: "An dieses Abenteuer, den Wechsel vom Beamten zur Selbstständigkeit, hatte ich bereits lange gedacht. Nur der genaue Zeitpunkt stand in den Sternen.“ Im Oktober 2008 ist "An dieses Abenteuer, den Wechsel vom Beamten zur Selbstständigkeit, hatte ich bereits lange gedacht." dieser Zeitpunkt gekommen: "Es war die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit. Niemand konnte mich von dieser Entscheidung abhalten.“ Kurz darauf wird eine Galerie in Ollersdorf im Bezirk Güssing angemietet und verstärkt auf diverse PR-Maßnahmen gesetzt. Twitter, Facebook und ein Beitrag in "Burgenland heute“ im ORF gehören ebenso dazu wie die Platzierung von Exponaten als Filmrequisiten. Egal ob für den Film (etwa in der dieser Tage angelaufenen TV-Serie "Das Glück dieser Erde“) oder die "Fledermaus“ in Frankfurt – dank seines großen Sortiments kann Fabsits seine Möbel international bewerben und ein breites Segment abdecken. Apropos: "Die begehrtesten Stücke stammen aus der Barock- oder Biedermeier Zeit, auch teilweise aus der Empire-Zeit“, erzählt der Unternehmer, der sämtliche Stücke selbst ankauft.
 

Frühe Fehler

Also alles perfekt gelaufen? Nicht ganz. Einen Businessplan hat der Gründer seinerzeit zum Beispiel nicht geschrieben, sondern auf eine "Kombination von Bauch- und Kopfentscheidungen“ gesetzt, wie er es formuliert. Kleinere Finanzierungen laufen über die Hausbank, auch die umfangreichen Services des Gründerservice der Wirtschaftskammern nimmt Fabsits damals nicht in Anspruch. "Mein Beginn war nebenberuflich, spontan und unorganisiert, auch ohne "Meine Empfehlung lautet: Bei Spezialthemen würde ich mir Rat und Unterstützung von Profis holen. Ich habe das anfangs nicht getan und eine Menge Lehrgeld bezahlen müssen.“Hilfestellung von außen“, gibt der Unternehmer zu. "Meine Empfehlung lautet: Bei Spezialthemen würde ich mir Rat und Unterstützung von Profis holen. Ich habe das anfangs nicht getan und eine Menge Lehrgeld bezahlen müssen.“ Fazit: "Hier zu sparen ist keine gute Idee.“ Doch Fabsits hat aus frühen Fehlern gelernt und in den letzten drei Jahren viel Zeit in Organisation und Struktur investiert, um den reibungslosen Verkauf inklusive Lieferservice in ganz Europa und sogar weltweit termingerecht gewährleisten zu können.
 

Fleiß & Fokus

So ungewöhnlich der Weg des Herrn über ein Antiquitäten-Paradies auch sein mag, seine Tipps für Nachahmer und Nachahmerinnen in Sachen Gründung klingen vertraut. Rudolf Fabsits: "Das Wichtigste sind Zielstrebigkeit und Ausdauer. Fokussieren Sie Ihr Ziel und Sie werden es auch erreichen!“ Nach gut zehn Firmenjahren und "sehr vielen Arbeitsstunden“ "Fokussieren Sie Ihr Ziel und Sie werden es auch erreichen!“weiß der Burgenländer aber auch: "Fleiß ist ein großer Teil meines Erfolges.“ Daneben gelte es, sich auch von Rückschlägen nicht abhalten zu lassen und nicht das Handtuch zu werfen. Aber auch die "persönliche Zufriedenheit“ bei allen unternehmerischen Meilensteinen sollte stets im Blick behalten und verfolgt werden, so Fabsits. Und das gilt wohl auch für den nächsten Meilenstein. Denn schon steht eine weitere Investition im Antiquitäten-Paradies ins Haus. Fabsits: "Ein eigenes Verkaufslokal mit eigenem Lager an einem Standort im Burgenland nahe meiner Heimat.“

 

 

IF Antik
Ing. Rudolf Fabsits
Bundesstrasse 20, A-7531 Kemeten
Tel.: +43 664/3239000