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Eine Master-Strategie

Neues Networking-Tool für Business Events

IT-Gründer Christian Derwein weiß, wie Start-ups fast ohne Umwege zu Kapital kommen. Seinen Trick verrät er hier.

 

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er etwas erleben. Oder eben nicht. Als Christian Derwein und seine Frau vor ein paar Jahren mal eben rasch für ein Konzert des Singer-Songwriter-Surfers Jack Johnson nach London jetten, macht sich nach dem Event rasch Fadesse breit. Denn: In Ermangelung eines Hotels beschließt das Paar, auszugehen und so die verbleibende Wartezeit auf den Rückflug sinnvoll zu nutzen. Die Erwartung der beiden: Da muss es doch irgendeine Smartphone-App geben, die anzeigt, wo in der näheren Umgebung noch gute Musik gespielt wird. Doch Fehlanzeige. Derwein heute: „Wir haben letztlich nichts gefunden und mussten die Zeit in einem Schnellrestaurant am Bahnhof totschlagen.“ Doch wie so oft in vergleichbaren Situationen, so wird auch in diesem Moment eine neue Idee geboren: Events in Abhängigkeit vom jeweiligen Aufenthaltsort mobil abfragbar zu machen.

Volle Ideen-Schubladen

Doch die Saat der neuen Idee fällt zu diesem Zeitpunkt längst auf fruchtbaren Boden. Die Vorgeschichte: Nach der HTL (Maschinenbau) heuert der gebürtige Linzer beim Stahlriesen in seiner Heimatstadt an, beginnt als Konstrukteur, wird Projektleiter, wechselt dann in die IT und arbeitet schließlich als SAP Consultant. Parallel dazu studiert er berufsbegleitend E-Business an der FH Oberösterreich, zuerst in Steyr, dann am Campus Hagenberg. Nach drei Semestern wechselt er in den Masterstudiengang „Supply Chain Management“ (mit Schwerpunkt Unternehmensgründung) wieder nach Steyr, diesmal inklusive erfolgreichem Abschluss. Ein Jahr davor – wir schreiben das Jahr 2009 – kündigt Christian Derwein seinen Job als Angestellter. Er erinnert sich: „Ich konnte mich dort nicht verwirklichen. Ich hatte viele Ideen und wenn man viele Ideen hat, eckt man an – und kommt einfach nicht weiter.“

Irgendwann wiegt der Ballast der übervollen Ideen-Schubladen dann zu schwer. Derweins grundgescheite Überlegung: „Wenn das Gefühl rät, die Dinge selbst in Angriff zu nehmen, dann muss man es einfach tun. Sonst steht man in zehn Jahren da und bereut, es nicht versucht zu haben.“
... sonst steht man in zehn Jahren da und bereut, es nicht versucht zu haben.


Gründen steckt an

Dazu kommen erfolgreiche Vorbilder. Während des Studiums in Steyr lernt der Linzer zwei der Gründer jenes österreichischen Unternehmens kennen, das heute zu den Vorreitern in Sachen Fitness-Apps und Social Fitness Plattformen zählt. Und das längst – 45 Millionen registrierte User und eine Mehrheitsbeteiligung durch ein großes digitales Verlagshaus später – zu den Vorzeige-Unternehmen des App-Booms zählt. Kein Wunder, dass auch der ehrgeizige Studienkollege Derwein schon frühzeitig Blut leckt und die beiden heute als „eine Art Mentoren“ begreift. Ein Schlüsselerlebnis: „Für mich war klar, dass ich auch irgendwas machen will."

In der Zwischenzeit hat Derwein auch den Salzburger Biologen und Informatiker Sandor Herramhof kennengelernt, der in der Folge sein Partner und Co-Gründer werden wird: „Wir haben uns auf Anhieb verstanden.“ Und bald wird klar: „Cool, das machen wir.“ Derwein hat zu diesem Zeitpunkt übrigens schon ein Trumpfass im Ärmel: einen fertigen Businessplan.
Produktbild Bizzify
 

Der Masterarbeit-Clou

Das genialste Atout hat sich Christian Derwein allerdings schon als Student besorgt: Durch eine Masterarbeit, deren Thema („Vergleich von Markteintrittsstrategien in der Net-Economy am Beispiel österreichischer Start-ups“) ihm frühzeitig viele Türen zu später wertvollen Kontakten öffnen wird.

O-Ton Derwein: „Ich habe dafür die wichtigsten Business Angels und Geldgeber sowie die erfolgreichsten Start-ups interviewt. Ich habe so fast alle kennen gelernt, die wichtig sind.“ Und auch die anderen Gründerinnen und Gründer geben bereitwillig Einblick und Auskunft – und wertvolle Tipps: „Das war für mich ein Riesenvorteil.“
Ich habe dafür die wichtigsten Business-Angels und Geldgeber interviewt.


Vor allem eines lernt der heute 37jährige – übrigens seit kurzem zweifacher Familienvater – dabei: Wo potentielle Förderungen und Kapitalgeber warten und wie man sich ihnen am besten annähert. Im Oktober 2012 gründen Derwein und Kompagnon Herramhof schließlich die Evntogram Labs GmbH, stellen Förderanträge, das austria wirtschaftsservice (aws) gehört bald zu den ersten Geldgebern. Die ersten Software-Entwicklungen können so in Angriff genommen und am Markt getestet werden. Im Sommer 2013 kann ein Investor an Bord geholt werden, zu Spitzenzeiten werden 13 Mitarbeiter (oft nebenberuflich tätige Studenten) in der Produktentwicklung beschäftigt.

Business statt Musik

Längst hat das Gründer-Duo auch die Angebote des Gründerservice der Wirtschaftskammern – etwa das Gründer-Coaching – in Anspruch genommen, und zwar „intensiv und laufend“. Derweins Tipp: „Ich würde das Gründerservice auf jeden Fall weiterempfehlen, gerade auch wegen der wertvollen Kontakte. Das ist wichtig.“ Aber auch Flexibilität ist gefragt: Bald wird klar, dass in der ursprünglich als Zielgruppe anvisierten Musik- und Eventbranche – mittlerweile ist der Zenit des App-Hypes überschritten – wenig (Geld) zu holen ist. Der Schwenk in den B2B-Bereich ist die logische Konsequenz, die modifizierte Marke hört nun auf den Namen „Bizzify“, und mit Derweins ehemaligem Brötchengeber beißt bald auch der erste große Fisch an der Kunden-Angel an. Das Prinzip: Der Kunde (ein Unternehmen oder auch ein Messe-Veranstalter) kauft eine gebrandete Variante der im Kern fertigen Bizzify-App. Und kann sich in der Folge die innovative Networking-Lösung für Business-Events auf die Fahne heften – und seinen Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten anbieten. Kostenpunkt: ab 3.000 Euro aufwärts.

Für angehende Gründerinnen und Gründer hat Christian Derwein, der gerne beim Stand Up Paddeln Kraft tankt, vor allem einen wichtigen Tipp. Statt Entwicklungen ins Blaue wären ausschließlich maßgeschneiderte Lösungen für einen konkreten Kunden vielversprechend. Derwein: „Man sollte immer auf den Kunden hören, denn der zahlt.“
Man sollte immer auf den Kunden hören, denn der zahlt.


 

Evntogram Labs GmbH

CEO Christian Derwein

Humboldtstrasse 4, A-4020 Linz

0660 3406494

hello@bizzify.io

www.bizzify.io, http://www.facebook.com/evntogram