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Gebrauchte Games als Tausch-Hit

Franchising mit X-Faktor

Von 0 auf 70 Filialen in nur acht Jahren: Wie ein junger Kärntner und sein Vater mit einer verspielten Geschäftsidee reüssieren.


Wir schreiben das Jahr 2004. Zwei Männer, damals 22 beziehungsweise 46 Jahre alt, sind unzufrieden mit ihrer beruflichen Situation. An sich eine keineswegs außergewöhnliche Situation. Doch etwas unterscheidet die beiden – Vater und Sohn – von so vielen anderen Zeitgenossen in vergleichbaren Lebenslagen, die es bei innerer Emigration oder notorischem Jammern bewenden lassen: Sie unternehmen etwas. Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Sie denken nach, haben eine Idee und gehen mit ihr völlig neue berufliche Wege. Acht Jahre später ist bewiesen: Die Entscheidung des Vater-Sohn-Duos für die Selbstständigkeit war richtig und erfolgreich. Sehr erfolgreich sogar. Heute ziehen Roman (30) und Jakob Schaller (54) bei insgesamt drei Franchisesystemen die Fäden. Das größte davon, ein professionelles System zur Weitergabe gebrauchter Games für Spielkonsolen mit Namen XGames, besteht mittlerweile aus bereits 70 Stores in Österreich, Deutschland und Italien.

 

Wenn der Sohn mit dem Vater

„Die Idee, mit meinem Vater gemeinsam eine Firma aufzubauen, ist 2004 bei einem gemütlichen Abendessen im Familienkreis entstanden“, erzählt Roman Schaller. Tatsächlich eint Vater und Sohn Schaller, der ursprünglich eine Lehre als EDV-Techniker absolviert hat, zu diesem Zeitpunkt ein massiver Wunsch nach Veränderung. Und auch eine viel versprechende Geschäftsidee ist rasch geboren – nämlich gebrauchte Games anzukaufen, zu tauschen beziehungsweise weiterzuverkaufen. Hintergrund: Konsolen-Spiele sind in der Anschaffung

Bei uns werden alle Spiele professionell poliert und verlassen das Geschäft mit einer 100%igen Funktionsgarantie.

recht teuer und doch meist nach kurzer Zeit durchgespielt – und dann uninteressant. Gleichzeitig funktioniert der private Tausch nur eingeschränkt, nicht zuletzt weil Käufer keine Funktionsgarantie haben. Roman Schaller: „Bei uns werden alle Spiele professionell poliert und verlassen das Geschäft mit einer hundertprozentigen Funktionsgarantie.“ Anfangs denken die beiden Klagenfurter aber noch nicht an Franchising. Schaller: „Wir setzen uns das Ziel, zwei bis drei Eigenfilialen in Kärnten aufzubauen.“ Die Grundmotivation der beiden Unternehmer aber ist klar: „Das Gefühl etwas Neues zu erschaffen, seine eigenen Ideen Wirklichkeit werden zu lassen, unabhängig zu sein und eigene Wege gehen zu können.“

 

Warum Franchising?

Und auch das Zusammenspiel Vater-Sohn klappt hervorragend: „Bald zeigte sich, dass wir gemeinsam ein sehr gutes Team bilden. Sämtliche Entscheidungen, die wir zusammen getroffen haben, waren solide und hatten Erfolg“, freut sich Schaller. Doch mit dem raschen Wachstum steht das Duo auch vor einer Schlüsselfrage: Ist der Weg mit weiteren Eigenfilialen wirklich der richtige? Oder gibt es andere, vielleicht sogar besser geeignete Alternativen? Mit Franchising finden die beiden schließlich genau so eine Alternative. Roman Schaller: „Wir wussten, dass wir eine sehr gute Geschäftsidee haben, die sich auch in anderen Bundesländern oder sogar im Ausland durchsetzen kann.“ Doch Eigenfilialen in anderen

Wir begannen eine Gemeinschaft von selbstständigen Unternehmen zu werden, die sich sehr positiv unterstützten.

Städten wären mit enormen Kosten, großem Personalbedarf sowie hohem Organisationsaufwand verbunden gewesen, vom Mangel an Wissen um lokale Gegebenheiten ganz zu schweigen. Die logische Konsequenz: „Wir entschieden uns, mit selbstständigen Partnern zusammenzuarbeiten. Sie kennen die lokalen Gegebenheiten am besten, stehen hundertprozentig hinter ihrem Geschäft und bringen neue Ideen mit ein.“ Eine waschechte Win-Win-Situation also. Trotz nach eigener Beschreibung „vorsichtigem“ Start sind schon nach wenigen Monaten die ersten beiden Franchising-Partner gefunden. Roman Schaller: „Wir begannen eine Gemeinschaft von selbstständigen Unternehmen zu werden, die sich in vielen Bereichen sehr positiv unterstützten.“

 

Franchising-Family

Schon bald werden fünf bis sechs neue XGames-Stores in Österreich eröffnet, 2007 wird auch der Schritt nach Deutschland gewagt. Mit Thomas Bruckner wird ein Masterfranchise-Partner gefunden, der in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kärntnern die Expansion in Deutschland erfolgreich vorantreibt. Alle Zeichen stehen auf Wachstum, schließlich sperrt nahezu im Monatsrhythmus ein XGames-Geschäft auf. Doch worin liegt das Erfolgsrezept? Schaller: „Ich glaube, dass das perfekte Zusammenspiel Vater-Sohn maßgeblich zu unserem Erfolg beigetragen hat. Es war oft der Mittelweg unserer beider Entscheidungen, den wir schlussendlich gegangen sind.“ Dazu kommt das offene, manchmal schon fast familiäre Verhältnis zu den Franchise-Partnern. „Wir unterstützen unsere Partner in jeder Geschäftsphase und unter Umständen sogar auch in privaten Bereichen“, so Roman Schaller. Halbjährliche regionale Meetings und Franchisenehmer-Treffen unter dem Motto „gemeinsam statt einsam“ dienen dem Erfahrungsaustausch, zudem kommen XGames-Franchise-Nehmer laufend in den Genuss diverser Neuerungen, die unternehmerische Einzelkämpfer so nicht realisieren können: von der Warenwirtschaft über den Onlineshop und die Shop-Einrichtung bis hin zur Gamer-Zeitschrift spannt sich hier der Bogen.

 

Franchisebörse des Gründerservice

Kein Wunder, dass die Nachfrage potentieller Franchise-Partner enorm ist. Schaller: „Wir bekommen täglich Franchise-Anfragen.“ Zu 98 Prozent kämen diese aus Online-Portalen wie der Franchisebörse (www.franchiseboerse.at) des Gründerservice der Wirtschaftskammern Österreichs. Die Gesamtinvestitionen für kleine Filialen liegen indes etwa bei 55.000 Euro, spezielle Vorkenntnisse sind laut Schaller nicht erforderlich. Die einmalige Franchise-Einstiegsgebühr beträgt 4.500 Euro, die laufende Gebühr drei Prozent vom Netto-Umsatz.

Nicht überall wo Franchising draufsteht, ist Franchising drin.

Angehenden Franchise-Nehmern empfiehlt der 30jährige, sich vorab bei bestehenden Franchise-Partnern zu informieren. Denn: „Nicht überall wo Franchising draufsteht, ist auch wirklich Franchising drin.“ Viele Franchise-Geber würden ihre Partner nur als Risikoträger oder zum Produktvertrieb nutzen. Anders die Schallers, die seit dem Jahr 2011 noch zwei weitere Franchisesysteme erfolgreich („Schnitzl Saloon“ und „XFashion“ – Damenmode) ins Leben gerufen haben.

Die Moral von der Geschichte? Ganz einfach: Falls Sie einmal mit Ihrem Job unzufrieden sind, sollten Sie sich vielleicht an das Vorbild der Franchise-Paradeunternehmer aus Kärnten erinnern.

 

 

Roman & Jakob Schaller

Schaller Franchising GmbH

Pischeldorferstraße 130, 9020 Klagenfurt

Tel.: 0463 287009, 04229 40740

Roman.schaller@xgames.eu

www.xgames.eu