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Gefrorenes Licht

Edles Glas als Geschäftsidee

Der Abbau von Mitarbeitern als letzter Anstoß: Kein Problem für Brigitte Bittmann – sie verkauft jetzt edles Glas. Und zwar nach allen Regeln der Marketing-Kunst.

 
Langsam, Schritt für Schritt, konsequent, durchdacht und überaus professionell: So oder so ähnlich lässt sich in kurzen Worten die Herangehensweise beschreiben, mit der Brigitte Bittmann 2010 zu neuen, selbstständigen Ufern aufgebrochen ist. Die Vorgeschichte: Seit langem war Brigitte Bittmann Marketing Managerin in der Lebensmittelindustrie gewesen, tätig für einen großen Hersteller von Knabber-Snacks. Ende 2009 dann der jähe Einschnitt. Bittmann "Mir hat eigentlich nur der letzte Anstupser gefehlt" erinnert sich: "Aufgrund von Umstrukturierungen innerhalb dieses internationalen Konzerns wurden plötzlich eine Menge Mitarbeiter nicht mehr benötigt, darunter auch ich.“ Resignation, Schock, Verzweiflung? Fehlanzeige. "Das hat mich nicht sehr schockiert, da ich schon lange selbständig sein wollte. Mir hat eigentlich nur der letzte Anstupser gefehlt“, erzählt die heute 44jährige. Die Devise: auf zu neuen Ufern!
 

Drinking – Eating – Living

Zu ihrer Geschäftsidee kommt die ehemalige Marketing-Managerin einerseits "ganz spontan“ und andererseits durch penible Recherchen. Randbedingung eins: "Ich wusste von Anfang an, dass ich einen Online-Shop machen möchte.“ Randbedingung zwei: Da zwei jüngere Schulkinder im Haus sind, soll der Job von zu Hause aus machbar sein. Anfangs liebäugelt die angehende Gründerin damit, mit Geschirr zu handeln: "Ich habe eine Affinität zu schönen Dingen, Kochen, Genuss, Wohnraumgestaltung.“ Schließlich kristallisiert sich aus dem eher unübersichtlichen Thema "Geschirr“ eine deutlich schärfer umrissene Produktgruppe heraus. Eine, die noch dazu das Zeug zur Marktnische hat: Glas. Besser gesagt: edle Glasartikel für die Bereiche drinking (Trinkgläser), eating (Geschirr aus Glas) und living (Glasvasen, Kerzenleuchter und ähnliche Artikel).
 

Europa statt Asien

Doch mit der viel versprechenden Geschäftsidee allein lässt sich bekanntlich noch kein Blumentopf gewinnen. So gilt es in der Vorbereitungsphase beispielsweise, geeignete Hersteller zu finden und Konditionen auszuhandeln, Online-Shop und Corporate Design zu entwickeln, um nur einige Beispiele zu nennen. Brigitte Bittmann: "Ich musste mir von Grund auf alles erarbeiten und recherchieren.“ Besonders wichtig war der Edelglas-Händlerin die Auswahl der Hersteller, die auch nach sozialen und ökologischen Maßstäben erfolgte. Ihr Credo: "Ich lege großen Wert auf gute Arbeitsbedingungen für die ArbeiterInnen und auf kurze Transportwege innerhalb Europas.“ Und so kommt es, dass sich Bittmann ausschließlich auf in Europa – Österreich, Italien, England, Deutschland und Frankreich – gefertigte Glasartikel entscheidet.
 
 

Magisches Datum

Am 1. September 2010 ist es schließlich soweit: Brigitte Bittmann gründet im niederösterreichischen Haslau an der Donau das Einzelunternehmen frozen-light. "Das ist für mich ein magisches Datum“, sagt sie, und verweist stolz auf die "in Österreich neue und einzigartige“ Zusammenstellung ihres Produktangebotes. Dieses soll sich hinsichtlich Design, Qualität und technologischem Know-how ganz wesentlich von der Billigware aus Asien unterscheiden, einige der angebotenen Marken und Artikel führt frozen-light sogar exklusiv in Österreich. Ein guter Zeitpunkt, noch einmal nach der Motivation der Neo-Unternehmerin zu fragen. Bittmann: "Meine wichtigste Motivation ist es, die Möglichkeit zu haben, selbst Ideen zu entwickeln und diese umzusetzen. Diese Motivation ist für mich eine sprudelnde Kraftquelle, die mich immer vorwärts treibt, auch wenn es manchmal mühsam und zäh zugeht.“ Dazu kommt noch der Wegfall von neidischen Kollegen und nörgelnden Chefs.
 

Marketing-Mix

Auch die Umgebung der gebürtigen Wienerin, die nach der Matura ein Wirtschaftskolleg und den Lehrgang Werbung & Verkauf an der WU Wien absolviert hat, sieht die Gründung sehr positiv. "Aber darauf kann ich nicht bauen“, weiß Bittmann. "Mein einziger Gradmesser sind meine Kunden. Sind sie zufrieden, bin ich es auch.“ Logisch, dass das Angebot – das hauptsächlich von Endverbrauchern, aber auch Hotelbetreibern, Gastronomen und Unternehmen in Anspruch "Mein einziger Gradmesser sind meine Kunden. Sind sie zufrieden, bin ich es auch.“  genommen wird – permanent an die Bedürfnisse von Kunden und Markt angepasst werden muss. Dazu kommen auch die umfassenden und durchdachten Marketing-Aktivitäten, die Interessenten zu Onlineshop (www.frozen-light.at) und Website (www.hotelundgast-glas.at) schleusen sollen: Suchmaschinen-Optimierung, Google-Adwords, Direkt-Marketing (Katalog, Werbebriefe), Newsletter-Versand, Social Media wie Facebook oder Xing, "Cold Calls“ bei potentiellen Kunden und sogar ein eigenes Blog (www.glas-blog.at) – Brigitte Bittmann überlässt ihren Erfolg nicht dem Zufall.
 

Gründerservice & Mentor

Nachahmer, aufgepasst: Bevor Bittmann einen Businessplan geschrieben und ihr Erspartes ins Rennen geworfen hatte, nahm sie erst einmal die Hilfe des Gründerservice der Wirtschaftskammern in Anspruch, besuchte zwei einschlägige Informations-Veranstaltungen. Die Unternehmerin: "Das war sehr hilfreich, ich konnte einige Informationen gut nützen.“ "Wer glaubt, innerhalb von wenigen Monaten das große Geld zu machen, wird schwer enttäuscht werden.“ Angehenden Gründern rät Bittmann, sich eine Art "Mentor“ zu suchen. Also ein vergleichbares Unternehmen aus einer anderen Branche, das nicht mit Erfahrungen geizt und dabei hilft, "Zeit, Kraft und Geld“ zu sparen. Was dann noch fehlt, klingt wohlvertraut: Durchhaltevermögen, Disziplin, Selbstorganisation. Denn auch im edlen Glas-Business gilt die Devise: "Wer glaubt, innerhalb von wenigen Monaten das große Geld zu machen, wird schwer enttäuscht werden.“

 
 
Brigitte Bittmann
frozen-light
Hauptstraße 66a
A-2402 Haslau/Donau
0664/73140089