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Gründertagebuch von Martin Freiler

Einblick eines Gründungsprozesses

 

Der Jungunternehmer Martin Freiler gewährt uns Einblick in sein Projekt und lässt uns somit hautnah den Gründungsprozess miterleben. Hr. Freiler konnte nach dem Abschluss der Handelsakademie über 10 Jahre Erfahrung im Bereich Computertechnik und Werbung sammeln. Er betreibt bereits seit 2006 nebenberuflich eine kleine Werbeagentur und hat im Sommer 2012 ein Lebensmittelgeschäft in Edlitz (NÖ) eröffnet.
 
1. Eintrag:

Den Wunsch bzw. die Vorstellung selbstständig zu sein hatte ich bereits während meiner Schulzeit in der Handelsakademie. Die eigentliche Idee mich hauptberuflich als Nahversorger selbstständig zu machen entstand dann nach einem Gespräch mit dem Nah & Frisch Großhändler Kastner in meiner Heimatgemeinde Lichtenegg (NÖ). Dieser Ideenfunke entfachte in den darauf folgenden Tagen lange Überlegungen und bereits erste konkrete Umsetzungspläne. Vollbeladen mit diesen Gedanken vereinbarte ich dann kurze Zeit später einen Termin beim Gründerservice der Bezirksstelle Wr. Neustadt, wo wir gemeinsam mögliche Risiken und Probleme besprachen. Das Ergebnis dieses Gesprächs in Kombination mit meiner persönlichen Abwägung der Chancen und Risiken, bestärkte mich letztendlich in meinem Vorhaben. Kurz darauf nahm ich die nächsten Schritte in Angriff ...
 
 
2. Eintrag:

Nachdem ich mir grundsätzliche Gedanken über etwaige Chancen und Risiken gemacht habe, hatte ich mich entschlossen den Schritt in die Selbstständigkeit weiter zu verfolgen. Vor gut fünf Monaten folgte dann das erste Treffen mit dem Großhändler bzw. dem Bürgermeister der ursprünglichen Standortgemeinde Lichtenegg. Nach diesen sehr positiven Gespräch
en folgte dann Anfang Februar eine Tour durch andere Nah & Frisch Märkte um das Handelskonzept besser kennenzulernen. Kurz darauf folgte auch ein erster Termin mit meinem Steuerberater um mein Vorhaben rechtzeitig zu besprechen und mich bestmöglich darauf vorzubereiten. Nach diesem sehr informativen Gespräch hatte ich ein Gefühl für die bevorstehenden finanztechnischen Abläufe und konnte meine zukünftige Abgabenbelastung besser einschätzen um die nächsten Schritte in Angriff nehmen zu können...
 
 
3. Eintrag:

Ich hatte meine Hausaufgaben gemacht und dementsprechend verlief die Planungsphase zunächst sehr gut. Am ursprünglich geplanten Standort in Lichtenegg ergaben sich dann aber im März einige Unsicherheiten hinsichtlich Fertigstellungstermins und geforderten Leistungsangebots. Da der eigene innere Drang & Wunsch immer größer wurde, sich als Lebensmittel-Nahversorger ehest möglich selbstständig zu machen, ging ich auf die Suche nach möglichen Alternativen...
 
 
4. Eintrag:

Eine Standort-Alternative war nach Gesprächen in der Familie und Zusammenarbeit mit dem Großhändler Kastner zum Glück bald gefunden: In der Nachbargemeinde Edlitz war man zu dieser Zeit auch auf der Suche nach einem Nahversorger, der im Ort einen Nah & Frisch Markt eröffnet.
Obwohl ich es schon bisher als nebenberuflicher Unternehmer gewohnt war flexibel zu agieren, war ich nun doch gezwungen einige Planungsschritte zu überarbeiten & zeitliche Meilensteine vorzuziehen. Dadurch hatte ich eine weitere wichtige Lektion als Unternehmer gelernt: Erwarte stets das Unerwartete! - & davon sollte noch einiges auf mich zukommen...
 
 
5. Eintrag:

Mit dem geänderten Standort hatten sich auch einige Rahmenbedingungen entsprechend geändert. Nach ersten Gesprächen mit dem Bürgermeister von Edlitz ging dann aber alles ganz schnell. Der Termin hatte sich nun von Frühjahr 2013 auf Sommer 2012 geändert. Durch die großartige Unterstützung des Großhändlers Kastner konnten in den ersten Tagen und Wochen des Aprils bereits die ersten Planrechnungen, Mietvertragsverhandlungen sowie erste Entwürfe für den Markt gemacht werden. Dann folgte ein logischer aber auch weitreichender Schritt: die Kündigung bei meinem Arbeitgeber mit Ende April und die damit verbundene Entscheidung für die Selbstständigkeit!
 
 
6. Eintrag:

Nach der erfolgten Kündigung bei meinem Dienstgeber konnte ich gleich bei der Startveranstaltung des Jungunternehmerprogramms von Nah & Frisch teilnehmen. Hier konnte ich einerseits viel Wissen bzw. Tipps mitnehmen und andererseits war das eine tolle Gelegenheit um mit anderen jungen Kaufleuten in Kontakt zu kommen. Egal ob bei dieser oder einer der vielen Veranstaltungen der Jungen Wirtschaft, die Kontakte zu anderen Gleichgesinnten waren für mich immer sehr wertvoll und die nächsten Schritte konnten so mit zusätzlichem Elan in Angriff genommen werden...
 
 
7. Eintrag:

Während den letzten Tagen als Angestellter folgte Ende April dann die Gründungsberatung und Gewerbeanmeldung bei der Wirtschaftskammer, die für mich die Unterlagen inkl. NEUFÖG elektronisch an die Bezirkshauptmannschaft weitergeleitet hat. Obwohl ich beim AMS gemeldet war, mangelte es mir keineswegs an Arbeit. Innerhalb der ersten Tage im Mai wurden Besuche bei anderen Nah & Frisch Märkten bzw. beim Auslieferungslager absolviert und parallel dazu die Vorbereitungsarbeiten für meinen Markt vorangetrieben. Dazu gehörte auch die Vorbereitung auf das Bankgespräch...
 
 
8. Eintrag:

Um mein Projekt in die Tat umsetzen zu können, benötigte ich, wie die meisten Gründer, auch entsprechend Fremdkapital um die großen Anfangsinvestitionen finanzieren zu können. Entsprechend vorbereitet und mit dem Businessplan in der Tasche folgten dann die Gespräche mit den Banken. Nicht zuletzt dank der langjährigen Erfahrung und den hilfreichen Tipps des Großhändlers verliefen die ersten Treffen mit den Banken sehr gut und ich konnte die Finanzierung meines Vorhabens sichern. Nun konnten auch die Umbaumaßnahmen fixiert und die nächsten Schritte in Angriff genommen werden...
 
 
9. Eintrag:

Obwohl ich beim letzten Tagebucheintrag die Finanzierung abgehakt habe, will ich noch ein paar Ergänzungen dazu loswerden: Der erste Weg führte mich natürlich zu meiner Hausbank. Dieses erste Treffen verlief zwar sehr positiv, da die Sparkasse einen sehr guten Einblick in meine vergangene Finanzgebarung hatte. Trotzdem war die Rückmeldung leider nicht wie erwartet, da mir die Hausbank mit den verfügbaren Sicherheiten nur ca. 80% des Finanzbedarfs zur Verfügung stellen konnte. Um die restlichen 20% auftreiben zu können wendete ich mich an die Experten des Gründerservice NÖ um nach alternativen Finanzierungsformen zu suchen und parallel dazu auch an die regionale Raiffeisenbank. Hier wurde mir wieder einmal bewusst wie wichtig ein entsprechendes Netzwerk für einen Gründer ist. Der Vorteil sich bereits von Veranstaltungen zu kennen, der regionale Bezug der Bank sowie die gut vorbereiteten Unterlagen gepaart mit einem gewaltigen Vertrauensvorschuss führten dazu, dass wir eine 100%ige Finanzierung des Projektes über die Raiba auf die Beine stellen konnten. Nun konnte ich neben den Umbaumaßnahmen auch endlich die Personalsuche intensivieren...
 
 
 
10. Eintrag:

Der Mai war neben den Gesprächen mit den Banken auch von Treffen mit regionalen Lieferanten (wie z.B. Fleisch- und Brotwaren) geprägt. Als in der Region verwurzelter Unternehmer war und ist es mir wichtig mit anderen Unternehmen in der Umgebung zusammenzuarbeiten. Dies gilt auch bei den Umbaumaßnahmen bzw. bei der Personalsuche. Mit meiner Mutter sowie meiner Tante konnte ich zwei verkaufserfahrene Teammitglieder aus meinem Verwandtschaftsumfeld finden. Eine Person fehlte mir jedoch noch...
 
 
11. Eintrag:
 
Glücklicherweise waren die ersten zwei Verstärkungen für mein Verkaufsteam innerhalb des Verwandtschaftsumfelds schnell gefunden. Die Suche nach dem 3. Teammitglied verlief da schon etwas schwieriger. Nachdem sich nach Aushang im Ort und Umgebung sowie durch persönliche Ansprache noch niemand passender gefunden hatte, wandte ich mich an das AMS um Hilfe. In der Onlinedatenbank wählte ich potentielle KandidatInnen aus und das AMS lud sie ein sich bei mir vorzustellen. Unter den Interessierten war dann auch die Richtige zur Komplettierung meines Teams. Somit war ein weiterer wichtiger Bereich für die Geschäftseröffnung erledigt...
 
 
12. Eintrag:

Als "krönender" Abschluss des Monats Mai durfte ich bei einem anderen Nah&Frisch Markt im Bezirk einen Vormittag lang mitarbeiten bzw. einen normalen Tagesablauf in einem Lebensmittelgeschäft miterleben. Nach diesen interessanten und lehrreichen Stunden war die Vorfreude auf mein eigenes Geschäft schon sehr groß, auch wenn dieses knapp 2 Wochen vor der geplanten Eröffnung noch eine einzige Baustelle war...
 
 
13. Eintrag:
 
Donnerstag, 13.06.2012, 18 Uhr - alles war soweit fertig für die Eröffnung (eine Stunde vor Beginn der Eröffnungsfeier wurden auch noch die bisher fehlenden Möbel für die Kaffeeecke geliefert) und die Gäste folgten zahlreich meiner Einladung. Familie, Freunde, Vertreter aus Wirtschaft und Politik sowie Obleute der ortsansässigen Vereine und Organi
sationen. Die ersten Reaktionen in den folgenden Gesprächen an diesem Abend waren zu meiner Erleichterung durchwegs positiv. Somit blickten wir zuversichtlich aber trotzdem mit einer gesunden Anspannung auf den folgenden ersten Verkaufstag...
 
 
14. Eintrag:
 
Durch die vielen helfenden Hände sowohl von der Fa. Kastner als auch von Familienangehörigen und Freunden konnten die Vorbereitungsarbeiten rechtzeitig vor der Eröffnungsfeier am 13.06. abgeschlossen werden. Die vergangenen Tage waren zwar sehr hektisch, trotzdem hatte ich es irgendwie geschafft die Eröffnungsfeier zu organisieren: Einladungen waren verschickt, das Buffet bestellt und die Getränke eingekühlt. Wir waren bereit für die Gäste...
 
 
15. Eintrag:
 
Der Endspurt Anfang Juni hatte es dann auch wirklich in sich: Handwerker galt es zu koordinieren, die Waren an den richtigen Platz zu räumen und zwischendurch die Räumlichkeiten auf Hochglanz zu bringen. Während dieser Phase fanden auch laufend Besprechungen mit dem Großhändler sowie diverse Einschulungen statt. So lernte ich zum Beispiel wie aus einem tiefgefrorenen Teigling eine knusprige Semmel wird :-) Auch die Eröffnungsfeier musste organisiert werden, die zu diesem Zeitpunkt schon vor der Tür stand...
 
 
16. Eintrag:
 
Freitag, 14.6.2012, 6:30 Uhr: Nach einer kurzen Nacht galt es zeitig in der Früh alles für den 1. Verkaufstag vorzubereiten. Die ersten Kunden waren einige Schüler der gegenüber liegenden Volks- & Hauptschule, die sich gleich zufrieden in der Kaffeeecke niederließen - gefolgt von vielen weiteren neugierenden Kunden. Der Start war geglückt und auch die folgenden Tage verliefen wie erhofft sehr positiv.
 
abschließender 17. Eintrag:
 
Nach knapp 2-wöchiger Pause, habe ich endlich Zeit für meinen abschließenden Eintrag gefunden. Kurzes Resümee nach knapp über 100 Tagen Nah&Frisch Freiler:
Mittlerweile sind beim ganzen Team die wiederkehrenden Abläufe zur Routine geworden und auch viele Kunden möchten den "Luxus" eines voll sortierten Nahversorgers in Edlitz nicht mehr missen.
 
Mein Tipp an andere Gründer: Gerade auch nach dem Start den laufenden Kontakt mit Steuerberater, Buchhalter & wie in meinem Fall dem Großhändler halten, um zu verfolgen ob alles "nach Plan" läuft.
 
Wer auch nach dieser Tagebuchserie interessiert ist, was aktuell im Nah & Frisch Freiler Markt los ist, kann uns gerne auf Facebook folgen.
 
Alle Tagebucheinträge sind auf www.gruenderservice.at nachzulesen.