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Grüner Daumen im Teebeutel

Tees für Pflanzen als grüne Gründungsidee

Wie eine Angestellten-Abfertigung zum Startkapital für ein Erfolgsunternehmen rund um naturnahes Gärtnern werden kann.

Auch so sehen Unternehmer(innen)-Biografien aus: Elisabeth Koppensteiner hat viel erlebt, bevor sie 2010 den Schritt in die Selbstständigkeit getan hat. Nach dem Job-Auftakt als Bankangestellte, einigen Jahren als Sekretärin sowie als Mutter und Hausfrau, nimmt die Niederösterreicherin 1987 einen Job als Umweltberaterin an. Und erwirbt sich in den folgenden 23 Jahren einen ausgezeichneten Ruf als Umweltexpertin. Parallel dazu setzt Koppensteiner konsequent auf Aus- und Weiterbildung: Nach einem Hochschullehrgang für ökologische Beratungsberufe und der Qualifizierung als diplomierte Lebens- und Sozialberaterin folgt schließlich der erfolgreiche Abschluss des Masterlehrgangs „Psychosoziale Beratung“. Doch bald keimt in Elisabeth Koppensteiner der Wunsch, ihre grünen Ideen und Konzepte endlich auch selbstständig umsetzen zu können:

Waldviertel: Visionen & Jobs

2010 ist das Jahr, in dem aus der Angestellten eine Gründerin wird. Koppensteiner, heute 54 Jahre jung, erinnert sich: „Ich habe meine Abfertigung aus meinem Angestellten-Dasein sinnvoll eingesetzt.“ Keineswegs üppige 35.000 Euro reichen für die Gründung einer GmbH samt sparsamer Ausstattung mit alten Büromöbeln und Computern. An einen Businessplan denkt
Ich wollte meinen und andere Arbeitsplätze im Waldviertel erhalten
Koppensteiner damals nicht: „Ich habe meinen Hausverstand benutzt, das Projekt kalkuliert und berechnet.“ Was treibt die bei der Gründung ihrer GARTENleben GmbH gerade 50 gewordene Niederösterreicherin an? „Visionen verwirklichen zu können“, steht da ganz oben auf Koppensteiners Motivations-Liste. Aber auch ein ganz pragmatischer Beweggrund: „Ich wollte meinen und andere Arbeitsplätze im Waldviertel erhalten.“ Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nur vier Jahre nach der Gründung beschäftigt die Firma GARTENleben bereits zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und auch der Umsatz von rund 850.000 Euro kann sich mehr als sehen lassen.

Das Tee-Geheimnis

Koppensteiners Erfolgsgeheimnis? Neben der perfekt dem Zeitgeist entsprechenden Grundphilosophie eines biologischen Gärtnerns - ganz ohne Pestizide, Kunstdünger und Torf - ist wohl nicht zuletzt eine überzeugende Produktidee dafür verantwortlich: rein biologisch produzierter Kompost-Tee in kleinen Beuteln, der Pflanzenfreunden ganz ohne Chemie zu einem „grünen Daumen“ verhilft. „Kompost-Tee ist in der Gartenkultur seit Jahrhunderten bekannt“,
Komposttee ist in der Gartenkultur seit Jahrhunderten bekannt
erzählt Koppensteiner, sei allerdings in der Herstellung kompliziert und nur begrenzt haltbar. Die geniale Idee: Der Regenwurmkompost wird getrocknet und mit verschiedenen Kräutern, Steinmehl und Nährstoffen angereichert, wobei die wertvollen Mikroorganismen – wie wissenschaftliche Studien gezeigt haben – die Prozedur überleben. Das aus vielen Versuchsreihen hervorgegangene Endprodukt wird schließlich in Teebeutel gefüllt und über den Kleinhandel, aber auch zwei große Bau- beziehungsweise Gartenmärkte vertrieben. Und dient am Ende der Bodenbelebung und Düngung der Pflanzen.

Garten-Tipps

Schon während der Entwicklung der – heute unter Namen wie „bio-grünguss“ oder „bio-wurzelguss“ erhältlichen – Tees hatte man von Anfang an verschiedene Angebote ausgetestet. Darunter auch viele Beratungs-Dienstleistungen, von der Modulgartenberatung über Grünraumberatung in Gemeinden und Schaugärten bis hin zu Callcenter-Gartentelefonen für Firmen sowie Umstellungsberatungen für Gartenmärkte. Eine große österreichische Gartenfachmarktkette etwa hat diese Umstellungshilfe in Anspruch genommen und mit Unterstützung von GARTENleben alle Pestizide und sämtliche chemisch-synthetischen Düngemittel aus ihren Regalen verbannt. Hintergrund: Bereits der Zuschlag bei der Ausschreibung für das niederösterreichische„Natur im Garten“-Telefon im Juni 2010 hatte sich als wertvolle Starthilfe erwiesen und den Ruf der als „Gartenliesi“ bekannt-beliebten Firmenchefin gefestigt.

Viele Fragen

Apropos Beratung: Auch Gründerin Elisabeth Koppensteiner hat von Anfang an auf den fachkundigen Rat von Experten gesetzt: „Die WKO Zwettl hat uns bei unseren vielen verschiedenen Fragen wirklich gut beraten.“ Daneben lässt sich heutige GARTENleben-Chefin auch speziell in Sachen Marketing und Export beraten, besucht verschiedene Weiterbildungen und nimmt Gründerförderungen in Anspruch. Von Anfang an orientiert sich das Unternehmen an der selbst gewählten Devise „biologisch, sozial & mit Herz“ und lässt seine Produkte unter anderem von in Sozialprojekte eingebundenen Arbeitskräften verpacken. Der GARTENleben-Traum klingt so: „Wir lieben die Natur und haben uns das Wohlfühlen aller zum Ziel gesetzt. Uns Menschen, aber auch den Pflanzen, Tieren und der gesamten Umwelt soll es gleichermaßen gut gehen.“

Hunde, Katzen & ein Vogel

Derzeit beschäftigt sich Elisabeth Koppensteiner mit einer Sortiments-Erweiterung: Tee für Tiere, also eine Art Nahrungsergänzung für Hunde und Katzen. Und auch sonst würden bereits „einige Konzepte in der Schublade“ liegen. Angehenden Gründerinnen und Gründern empfiehlt sie konsequenter Weise genau das: „Viele innovative Ideen haben, entwickeln, dranbleiben. Und
Man muss den Mut zum Andersdenken und Andershandeln aufbringen
auch bei Mitarbeitern Kreativität zulassen und fördern.“ Gleichzeitig gelte es, diese so zu bezahlen und zu behandeln, wie „man selbst behandelt werden möchte“ und zudem niemals die Bürokratie zu unterschätzen. Ein letzter interessanter Tipp: „An die gute Energie glauben sowie ehrlich und fair handeln und verhandeln. Man muss den Mut zum Andersdenken und Andershandeln aufbringen.“ Dazu gehört wohl auch, sich selbst nicht immer allzu ernst zu nehmen. O-Ton Koppensteiner: „Wir sagen von uns: Wir haben einen Vogel!“


GARTENleben GmbH
Elisabeth Koppensteiner
Weitraer Straße 20a, 2910 Zwettl

Tel.: 02822/200 50-22, 0650/6692121
elisabeth.koppensteiner@gartenleben.at
www.gartenleben.at