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Kriminelle Kulinarik

Gastronomie-Theater mit Krimi-Touch

Wie eine Schauspielerin mit einer Geschäftsidee der etwas anderen Art zur Gründerin wurde.

  

Wo sind die Diamanten des Barons? Welches dunkle Familiengeheimnis gilt es noch ans Tageslicht zu befördern? Und vor allem: Wer ist verdächtig? Die geheimnisvolle, schöne Blondine am Nebentisch? Der notorische Alleswisser hinten links neben dem Eingang? Oder doch wieder einmal der Butler vorne auf der Bühne? Und alle rätseln sie mit, die an den Tischen versammelten Gäste des interaktiven Krimi-Theaterstücks mit dem britischen Touch. Da kann es auch einmal vorkommen, dass ein Gast als wichtiger Zeuge befragt wird oder sich sogar zum Hauptakteur entwickelt. Doch neben der Krimi-Unterhaltung der etwas anderen Art kommt an diesem Abend auch der Gaumen zu seinem mehrgängigen Recht, ganz so wie es sich für ein so genanntes Gastronomie-Theater gehört. Da läuft dann schon einmal die Kräuter-Joghurt-Terrine unter "kalter Schauer“ und "das Geheimnis der Diamanten“ entpuppt sich als glacierte Kalbsstelze.

 

Das Abenteuer beginnt

Begonnen hat alles im Prinzip mit der ersten eigenen Theaterproduktion "Dinner, Tod und Diamanten“, erzählt Verena Covi. Die Tirolerin, die in den letzten 20 Jahren als Schauspielerin und Sprechtrainerin gearbeitet hat, erinnert sich an ihre ersten Schritte als Theatermacherin, damals im Jahr 2004: "Ich habe dieses Pilotprojekt gestartet, um auszutesten, wie der Erlebnismarkt funktioniert.“ Nachsatz: "Es war schon ein Abenteuer. Ich wusste ja nicht, wie die Menschen reagieren und ob sie das Produkt annehmen würden.“ Dass sich daraus am Ende eine neue Geschäftsidee entwickeln würde, die 2009 gar zur Gründung des Gastrotheaters führen würde, war trotz des heutigen Erfolges damals noch nicht absehbar gewesen. Die Vorgeschichte: Bereits seit 1987 hatten die Bühnen-Bretter für Schauspielerin Verena Covi die Welt bedeutet: Zuerst am Tiroler Landestheater in Innsbruck, dann in Osnabrück in Deutschland, schließlich in Salzburg.

 

Die erste Gründung

Im Lauf der Jahre wurde aber auch ein neues Problem immer offensichtlicher: Die Wanderjahre einer Schauspielerin sind nicht gerade familienfreundlich. Spätestens mit der Geburt der Tochter 1997 musste daher eine neue Strategie her. Covi: "Die Gründung war für eine Schauspielerin die einzige Möglichkeit, um sesshaft zu werden.“ Bereits zwei Jahre "Die Gründung war für eine Schauspielerin die einzige Möglichkeit, um sesshaft zu werden.“ später gibt Covi wieder richtig Gas: Die Absolventin der Schauspielschule Innsbruck erwirbt in Wien das Abschlussdiplom und gründet in Innsbruck mit "Voice“ (www.sprechtechnik.at) ihre erste Firma. Verena Covi erinnert sich: "Die Idee des Sprechtrainings war damals neu. Doch Ideen reichen nicht, ich habe gelernt, sie auch umzusetzen.“ Noch heute vermittelt die attraktive Mitt-Vierzigerin die Kunst, Sprache und Stimme erfolgreich einzusetzen ("Professionelles "Sprechen“ ist eine Leidenschaft von mir!“), übrigens auch als Lehrbeauftragte an der Universität Innsbruck. Covi: "Es ist schade, dass die Menschen erst an der Universität mit der richtigen Aussprache ihrer Muttersprache konfrontiert werden. Das sollte schon viel früher passieren.“

 

Hautkontakt

Die Idee, mit einem Theater der anderen, quasi kulinarisch-kriminellen Art, auch in Sachen Schauspielerei neu durchzustarten, entwickelte sich indes kontinuierlich. Covi: "Mich hat der direkte Publikumskontakt inspiriert. In einer Guckkastenbühne stehen wir einer nahezu anonymen Masse gegenüber. Spielen wir aber unterm Publikum, haben wir Hautkontakt.“ Dass sie als Leiterin des Gastrotheaters nicht nur Unternehmerin, sondern auch Produzentin, Regisseurin und nach wie vor Schauspielerin ist, kommentiert Verena Covi launig: "Frauen sind eben multitaskingfähig.“ Eine Vielseitigkeit, die man auch den "Tatorten“ der Gastrotheater-Krimis durchaus anmerkt. Krimidinner im Casino, Krimi am Schiff am Achensee, ein Tirol-Dinner für Touristen – der Phantasie sind wenig Grenzen gesetzt. Dabei locken die Aufführungen gleichermaßen Theaterpublikum und Gaumenfreunde an, und erfreuen sich auch als Gutschein-Geschenk großer Beliebtheit. Covi: "Selbstverständlich werden wir auch exklusiv gebucht. Wenn die Voraussetzungen stimmen, spielen wir nahezu überall – am Wasser, zu Lande, auf 2.500 Metern Höhe am Berg oder tief im Keller.“

 

Klare Zielgruppen-Definition

Die Vorbereitung auf die zweite Gründung – ziemlich genau zehn Jahre nach der ersten übrigens – war überaus professionell. So wurde "selbstverständlich“ ein Businessplan geschrieben, um "unangenehme Überraschungen und versteckte Kosten“ zu vermeiden. Covi: "Ein Businessplan ist für den Geschäftsaufbau unumgänglich, gerade auch für ein kleines Unternehmen.“ Kommt dazu noch der "Mut, diesen Weg zu gehen und die ersten "Ein Businessplan ist für den Geschäftsaufbau unumgänglich, gerade auch für ein kleines Unternehmen.“ Produktionskosten zu finanzieren“, dann fehlt eigentlich nur mehr ein Puzzlestein: die entscheidenden Tipps und Tricks vom Gründerservice der Wirtschaftskammer Tirol. Unternehmerin Covi: "Gerade bei der Vermarktung des Produktes habe ich so viele Ideen und Möglichkeiten gefunden, die auch für ein kleines Budget rentabel waren und sind.“ Wie schon bei der ersten Gründung sei das Gründerservice sehr hilfreich gewesen, speziell mit Blick auf systemisches Vorgehen und die klare Analyse und Definition der Zielgruppen. Mittlerweile beschäftigt Covi übrigens zeitweise bis zu zehn MitarbeiterInnen mittels Werkvertrag und hat im Büro eine "feste Unterstützung“.

 

"Beharrlich seinen Weg gehen“

Ist die zweifache Gründerin mit dem kreativen Zugang zu neuen Geschäftsideen ein Vorbild für potentielle Nachahmerinnen und Nachahmer? Ziemlich sicher ja. Dennoch ist gesunder Realismus ein Must. Covi: "Ich weiß nicht, ob jeder Mann und jede Frau für die Selbstständigkeit geboren ist. Selbst eine Idee zu finden, sie selbst umzusetzen und natürlich immer selbst das Risiko zu tragen.“ Großes Aber: "Man(n) und frau soll sich nicht "Sofern das finanzielle Risiko im Rahmen bleibt, kann ich alle nur einladen, ihre Ideen auch umzusetzen.“ abschrecken lassen“, wenn eine Idee einmal geboren ist. Die Umsetzung jedoch sei immer eine Entwicklung, die ihre Zeit braucht, schreibt die Theatermacherin angehenden Gründern ins Stammbuch. Verena Covi: "Man soll beharrlich seinen Weg gehen, auch wenn man sich zwischendurch auf der Talsohle bewegt. Das Geschäftsleben ist eben immer ein Auf und Ab.“ Stellt sich dann aber der Erfolg ein wie im Fall des Gastrotheaters mit dem Krimi-Einschlag, so ist das wohl die schönste Bestätigung. Logische Konsequenz: "Sofern das finanzielle Risiko im Rahmen bleibt, kann ich alle nur einladen, ihre Ideen auch umzusetzen.“

 
GASTROTHEATER
Verena Covi
Bienerstr. 2a, A-6020 Innsbruck
Tel: 0512 209050