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Melange à la Madar

Wer nicht wächst, der schrumpft

Markus Madar und seine Kaffeehäuser sind außerhalb Niederösterreichs nur Insidern bekannt. Dabei handelt es sich um einen echten Vollprofi in Sachen Unternehmens-Nachfolge.

 

Alt-Wiener Kaffeehaustradition wird nicht nur in Wien gepflegt. Sondern zum Beispiel auch in Niederösterreich. Und wenn es nach Markus Madar geht, soll das auch so bleiben. Mehr noch: Madar, schon jetzt Herr über sieben Cafés, will weiter expandieren. Und fühlt sich dabei einer Familien- und Kaffeehaus-Tradition verbunden, die bis ins Jahr 1894 zurückreicht. Ziemlich genau 100 Jahre später war auch der junge Madar, damals 27 Jahre alt, so richtig "So konnte ich das Unternehmertum perfekt üben, ohne gleich die volle Verantwortung tragen zu müssen.“ ins Kaffeehaus-Business eingestiegen. Und zwar als Geschäftsführer des Café Central seiner Großeltern in Melk, des ältesten Kaffeehauses im Bezirk. Der Absolvent der Hotelfachschule Krems erinnert sich an diese ersten Gehversuche in Sachen Selbstständigkeit: "Ich habe das Café intern bereits auf eigene Rechnung geführt, nach außen hin war aber noch meine Mutter verantwortlich.“ Entscheidender Vorteil: "So konnte ich das Unternehmertum perfekt üben, ohne gleich die volle Verantwortung tragen zu müssen.“

 

Sieben Cafés seit 2005

Es folgen zehn Lehr- und Lernjahre als Geschäftsführer, flankiert von verschiedenen Weiterbildungs-Maßnahmen. Am 1. Jänner 2005, dem Pensionsantritt der Mutter, geht es ans Eingemachte: Markus Madar übernimmt das Café seiner Großeltern und dazu auch gleich die beiden seiner Eltern, ebenfalls in Melk beheimatet. Der Übergang ist sanft angelegt, anfangs hilft beispielsweise die Mutter noch in der Küche mit. Madar heute: "Die Übernahme von meiner Mutter würde ich als Musterbeispiel bezeichnen.“ Doch damit nicht genug: Noch 2005 eröffnet Madar seine erste Filiale in Loosdorf, ein Jahr später übernimmt er die bekannte Kaffeesiederei Blumensträußl in Grein. 2007 folgt das Café Wachau in Krems/Stein, das Madar nach einem "siebenjährigen Gastspiel eines Chinesen“ zurückrenoviert. 2010 dann der bisher letzte Streich: Markus Madar eröffnet in der Landeshauptstadt St. Pölten das Café Kuckucksnest, ein ehemaliges Szene-Lokal.

 

Schrittweiser Change-Prozess

Im Unterschied zu den drei Kaffeehäusern der Familie ist bei der Übernahme der übrigen Cafés ein kompakterer Changeprozess angesagt, wobei Madar allerdings ebenfalls einen schrittweisen Übergang bevorzugt: "Der durchschnittliche Übernahmeprozess eines Lokals dauert von den ersten Verhandlungen bis zum Aufsperren drei bis neun Monate.“ Nach der Vereinbarung einer Ablöse und der Ausverhandlung eines Mietvertrages sei allerdings eine "Der durchschnittliche Übernahmeprozess eines Lokals dauert von den ersten Verhandlungen bis zum Aufsperren drei bis neun Monate.“schnelle Übernahme erstrebenswert. Besondere Vorlieben hinsichtlich des Standorts hat der 42jährige natürlich auch. Markus Madar: "Ich ziehe es immer vor, ein schon existierendes Lokal zu übernehmen und auf meinen Standard zu adaptieren. Denn dann gibt es bereits einen Kundenstock und man kann viele aufgebaute Leistungen vom Vorgänger übernehmen.“

 

Wertvolles Wissen der Vorgänger

Apropos Vorgänger: Auch in diesem Punkt hat der erfahrene Übernahme-Spezialist einen Tipp auf Lager. Madar "Aus meiner Sicht sollte man sich bei den Vorgängern für die geleistete Arbeit bedanken, aber auch darauf hinweisen, dass Veränderungen notwendig sind.“ Immerhin sei deren Wissen und Erfahrungsschatz sehr wertvoll, nicht zuletzt, da sie die "Aus meiner Sicht sollte man sich bei den Vorgängern für die geleistete Arbeit bedanken, aber auch darauf hinweisen, dass Veränderungen notwendig sind.“ Situation vor Ort naturgemäß genau kennen würden. Madar weiter: "Die Vorgänger schätzen es sehr, wenn man sie kontaktiert. In die operative Arbeit darf man sie aber nicht zu sehr hineinziehen, da sie sich ja meistens gerade deswegen aus dem Geschäft zurückgezogen haben.“ Immerhin würde es sich im Fall der genannten Kaffeehäuser fast ausschließlich um Pensionisten handeln. Madar hat jedenfalls gute Erfahrungen gemacht: "Die Übergeber unterstützen mich, etwa bei organisatorischen Fragen.“ Und natürlich auch, indem sie ihren Nachfolger über lokale Gegebenheiten und den "Hausbrauch“ ins Bild setzen würden, so Madar.

 

Eine Übernahme alle 2 Jahre

Der Erfolg gibt dem niederösterreichischen Kaffee-König indes recht. Und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Madar: "Ich plane, alle zwei Jahre ein Lokal durch eine Übernahme zu eröffnen.“ Denn: "Wer nicht wächst, der schrumpft.“ Allerdings sei zu schnelles Wachstum auch gefährlich, da die Organisation oft nicht schnell genug "Wer nicht wächst, der schrumpft.“ mitwachsen könne, warnt der Unternehmer. Apropos Organisation: Zentrale und Produktion der als Einzelunternehmen geführten Kaffeehausbetriebe sind in Melk beheimatet, von wo aus die Filialen jeweils unterstützt und beliefert werden. Bekannt sind die Madar-Cafés übrigens auch für ihre große Auswahl an Zeitungen und das selbstgebackene Toastbrot, noch heuer soll zudem Kaffee selbst geröstet werden.

 

Im Web riecht’s nach Kaffee

"Wir verschreiben uns ausschließlich dem Alt-Wiener-Kaffeehauskonzept“, gibt Madar, selbst ausgebildeter Wein- und Kaffee-Sommelier, die Marschrichtung vor. Denn: "Wir haben das Alt-Wiener-Kaffeehauskonzept jahrelang entwickelt und unsere Motivation besteht darin, auch neuen Gästen an anderen Orten diese Kaffeehauskultur zugänglich zu machen.“ Unter anderen Orten versteht der Nachfolge-Profi übrigens auch das Internet und fischt so auch auf Online-Plattformen wie Facebook oder MySpace nach neuer Kundschaft, auf Xing hingegen nach neuen Lokalen für die Expansion. Übrigens: Bereits jetzt beschäftigt Madar in Spitzenzeiten über 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

 

WKO & lebenslanges Lernen

Die Angebote der Wirtschaftskammern Österreichs versteht der Unternehmer dabei als "fixen Bestandteil“ seiner Arbeit. Madar: "Wir nutzen sehr viele Angebote, zum Beispiel die Nachfolgebörse, Beratungen und anlassbezogene Veranstaltungen.“ Gute Tipps für erfolgreiche Nachahmer hat Madar natürlich auch parat. Und wie bei vielen großen Wahrheiten klingen auch diese mehr als vertraut: "Es sollte eine fixe Vorstellung von der Geschäftsidee geben, eine Vision und eine daraus resultierende Strategie. Auch dem Slogan vom lebenslangen Lernen sollte man unbedingt folgen.“ Und wie gesagt: "Wer nicht wächst, der schrumpft.“

 

Kaffeehausbetriebe Markus Madar

Rathausplatz 3

3390 Melk

Tel.: 02752/52343

Fax.: 02752/52343-4

madar@kaffeehaustradition.at

www.kaffeehaustradition.at