th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Papier, ganz persönlich

Von der Babypause in die Selbstständigkeit

Übernahme mit Spaßfaktor: Wie Elisabeth Fahrngruber Altbewährtes mit einer Neupositionierung ihres Papiergeschäftes verbindet.

  

„Eliis“ prangt in blau-lila gehaltenen Buchstaben über der Eingangstür des kleinen, aber feinen Geschäftslokals. Geschenke, Bücher und Papierwaren werden hier in fast schon überraschender Vielfalt und Buntheit feilgeboten. Und der Firmenname hat gleich einen doppelten Hintergrund: Einerseits wird hier natürlich mit dem Vornamen der frisch gebackenen

Eliis Papiergeschäft

Chefin Elisabeth Fahrngruber gespielt. Andererseits symbolisiert das Doppel-I im Logo auch zwei einander gegenüber stehende Menschen. Fahrngruber klärt auf: „Es steht für die Menschlichkeit und die persönliche Beratung in meinem Fachgeschäft.“ Und genau das scheint auch tatsächlich das Erfolgsrezept der 31jährigen Neo-Unternehmerin zu sein. Nahversorgung vor Ort als servicefreundliche Alternative zu anonymen Onlinehandel-Giganten.

 

Total lokal

Zugegeben: Es ist leider keine Selbstverständlichkeit mehr, dass ein kleines Einzelhandelsunternehmen in einer Kleinstadt mit knapp über 3000 Einwohnern erfolgreich eine Unternehmensnachfolge zustande bringt. Doch hier in Mank im niederösterreichischen Mostviertel ist genau das in vorbildhafter Weise gelungen. Immerhin geht die traditionsreiche Geschichte des Fachgeschäfts bis auf das Jahr 1897 zurück. Etwa 80 Jahre später hatte die nunmehrige Übergeberin Doris Wallner-Gallistl das mittlerweile „Schulwallner“ genannte Geschäft von ihrem Vater übernommen, schrittweise ausgebaut und modernisiert. Nach 35 erfolgreichen Jahren war auch für sie die Zeit reif für eine Nachfolge. Doch wer sollte die lokal tief verwurzelte Buch- und Papierwarenhandlung übernehmen? Rasch rückt eine Frau in den Blickpunkt, die den Schulwallner von der Pike auf kennt:

 

Betrieb statt Bank

Es ist die in Scheibbs geborene Elisabeth Fahrngruber, die im Betrieb ab dem Jahr 1999 ihre dreijährige Lehre als Einzelhandelskauffrau absolviert hatte und in der Folge bis 2007 – unterbrochen durch zwei Babypausen – als Angestellte tätig gewesen war. Dann im Sommer 2012 – die heute 31jährige ist zu diesem Zeitpunkt (karenzierte) Bankberaterin – die Überraschung. Fahrngruber: „Frau Wallner-Gallistl sah in mir eine potenzielle Nachfolgerin und hat mir deshalb das Angebot gemacht, den Betrieb zu übernehmen. Ich war davon gleich sehr

Meine Motivation ist, meine Ideen verwirklichen zu können und immer wieder neue Trends zu setzen

angetan.“ Nach einer gründlichen Überlegungs- und Informationsphase von fast einem halben Jahr und dem OK ihrer Familie sagt die verheiratete Mutter von drei Kindern schließlich im Jänner 2013 zu. Und wagt den Sprung direkt „von der Babypause in die Selbstständigkeit“, wie sie lachend erzählt. Fahrngruber über ihre Beweggründe: „Meine Motivation ist, meine Ideen verwirklichen zu können und immer wieder neue Trends zu setzen. Es macht einfach Spaß, die Wünsche der Kunden zu erfüllen und ihnen damit Freude zu bereiten.“

 

Freude als Motor

Doch vor der Freude kommt die Arbeit. Es folgt ein Jahr intensiver Vorbereitungen, die Erstellung eines Businessplans und viele Vorbereitungs-Kurse. „Ich habe die Übergeberin auf Messen begleitet und durfte auch in andere Buch- und Papierfachhandlungen hineinschnuppern. Meine Vorgängerin hat mir Einblick gewährt, wo sie nur konnte, um mir die Übernahme möglichst einfach zu machen.“ Schließlich wird auch das gemietete Geschäftslokal

Meine Vorgängerin hat mir Einblick gewährt, wo sie nur konnte

– es gehört mittlerweile dem Sohn der Übergeberin – umfassend renoviert, die Warenplatzierung vollständig überarbeitet und die EDV aufgerüstet. Elisabeth Fahrngruber nennt Zahlen: „Insgesamt habe ich etwa 55.000 Euro für Ablöse, Warenlager und Renovierungskosten in die Hand genommen.“ Aufgebracht werden die Mittel über Kredite von Austria Wirtschaftsservice (aws) und Land Niederösterreich sowie der Existenzgründungsförderung der Wirtschaftskammer Niederösterreich.
Tipp der Jungunternehmerin:

 

Neue Marketingstrategie

„Ich habe mich vor der Entscheidung zur Übernahme auch von meiner Hausbank ausführlich beraten lassen. Da ich selbst Bankerfahrung habe, hat es sich in vieler Hinsicht etwas leichter geredet.“ Fundierte Beratung erhält Elisabeth Fahrngruber aber auch bei der Wirtschaftskammer Niederösterreich: „Ich habe mich schon frühzeitig in der Bezirksstelle und in der Rechtsabteilung in der Wirtschaftskammer in St. Pölten beraten lassen. Dabei habe ich sehr viele Informationen gesammelt, die mir die Entscheidung etwas leichter gemacht haben.“ Fehlt nur noch die Planung der Neupositionierung („eine große Herausforderung“) des Betriebes. Hintergrund: „Mir war wichtig, dass die Kunden mich als neue Chefin und meine Veränderungen wahrnehmen können. Daher war eine neue Marketingstrategie mit neuem Logo und neuem Namen notwendig“, erzählt die Anfangs-Dreißigerin. Nach der offiziellen Firmenübergabe Ende Jänner 2014 – auch die zwei Teilzeit-Mitarbeiterinnen werden mitübernommen – wird das „Eliis“ schließlich am 14. Februar 2014 neu eröffnet.

 

Bauchgefühl

Seither ist der Geschäftsverlauf durchaus zufriedenstellend. Fahrngruber: „Ich habe meine wirtschaftlichen Ziele für das vergangene Geschäftsjahr erreicht. Ich bekomme immer wieder positives Feedback von den Kunden, das mir zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“ Heute wirbt die Jungunternehmerin hauptsächlich über Facebook, verschickt zweimal im Jahr eine Werbesendung per Post und veranstaltet verschiedene Ausstellungen. Regelmäßig kommt

Letztendlich habe ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen

auch Firmen-Übergeberin Wallner-Gallistl vorbei, um selbst einzukaufen. „Es ist ein sehr freundschaftliches Verhältnis entstanden, sie genießt heute ihren Ruhestand in vollen Zügen“, freut sich Fahrngruber. Und: „Sie ist jederzeit für meine Fragen offen, hält sich aber ansonsten aus geschäftlichen Angelegenheiten heraus.“ Die gute Gesprächsbasis zur Übergeberin oder zum Übergeber sei letztlich auch das entscheidende Kriterium für eine erfolgreiche Firmenübergabe. Elisabeth Fahrngruber: „Letztendlich habe ich mich bei meiner Entscheidung auf mein Bauchgefühl verlassen – und das möchte ich auch anderen Nachfolgern ans Herz legen.“

  

Geschenke – Bücher – Papier Eliis

Elisabeth Fahrngruber

Schulstrasse 16

3240 Mank

Tel. & Fax: 02755 2339

persoenlich@eliis.at

www.facebook.com/eliis.mank