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Plexiglas mit Pfiff

Technologie sucht Business

Publizität statt Perfektionismus: Wie ein österreichisches Start-Up mit einer tollen Technologie und einem früh geknüpften Netzwerk international erfolgreich ist.

 
 
Richard Ebner hat so etwas wie eine Bilderbuch-Karriere hinter sich. Nach dem Abschluss des Studiums der Technischen Physik an der TU Wien samt anschließendem Doktoratsstudium folgt der Berufseinstieg im internationalen Vertrieb. Vorläufig letzter Höhepunkt: Ebner wird Geschäftsführer, verantwortlich für 500 Mitarbeiter. Doch trotz des beruflichen Erfolges will der heute 47jährige im Grunde seines Herzens immer etwas anderes, will eines Tages selbst "Was ich für jemand anderen machen kann, das kann ich doch auch für mich selbst tun" Unternehmer werden. Ebner heute: "Ich habe mir gesagt: Was ich für jemand anderen machen kann, das kann ich doch auch für mich selbst tun.“ Doch um sich perfekt auf das Abenteuer "Gründung“ vorzubereiten, heuert der in Steyr geborene Oberösterreicher erst einmal bei einem Business-Inkubator an und wird Berater für Technologie-Start-Ups. Ebner im Rückblick: "Ich konnte mir dort das gesamte Insiderwissen aneignen und viele Kontakte knüpfen.“
 

Zwei Physiker finden sich

Blenden wir zurück in das Jahr 2007. Ein Forschungsprojekt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und an der Johannes Kepler Universität in Linz steht in den Startlöchern. Und schon bald ist auch Robert Koeppe, federführend bei dem Projekt und Physiker so wie Ebner, klar: Mit seiner Arbeit auf dem Gebiet der optischen Sensortechnologie hat er einen viel versprechenden Fisch an der Angel. Bereits Mitte 2008 hat auch Koeppe beschlossen, mit seiner Erfindung ein Unternehmen aus der Taufe heben zu wollen. Allein ein Partner mit dem nötigen betriebswirtschaftlichen Know-how fehlt damals noch. Richtig geraten: Erfinder Koeppe und Technologie-Berater Ebner finden sich und beschließen, mit einem neuen Unternehmen gemeinsame Sache zu machen. Ebner: "Ende 2008 haben wir gemeinsam das Projekt gestartet, 2009 haben wir im September die GmbH gegründet und auch gleich die erste Finanzierungsrunde mit Business Angels gemacht.“ Und auch ein Firmenname, der markenrechtlich keine Probleme macht, ist rasch gefunden: Die Wahl fällt auf den Kunstnamen "isiQiri“.
 

Im Anfang war die Technik

Speziell der Buchstabe "Q“ steht seither für Qualität und krönt gleichermaßen Produkte (Q-Frame, Q-Screen, Q-Target) und die diesen zugrunde liegende Folie, die als Q-Foil längst für Furore sorgt. Im Prinzip handelt es sich dabei um die Kombination aus einem optoelektronischen Kunststoff (vergleichbar dem bekannten Plexiglas), einer aufgebrachten Elektronik beziehungsweise Sensor-Technologie und einem smarten Auslese-Algorithmus. Am Ende "Wir mussten dabei natürlich auch Sackgassen und Umwege gehen" erkennt die 80 mal 60 Zentimeter große Kunststofffolie vereinfacht gesagt, wo Licht und wo Schatten auf sie trifft. Man kann sie daher wie ein Auge verwenden, das zwar nicht so gut sieht wie ein richtiges Auge, aber immer noch gut genug um zahlreiche interessante Anwendungen zu realisieren. Wie oft bei vergleichbaren Start-Ups beginnt das Nachdenken über die Anwendungs-Möglichkeiten der mittlerweile patentierten Technologie allerdings erst im zweiten Schritt. Richard Ebner: "Wir mussten dabei natürlich auch Sackgassen und Umwege gehen. Aber letztlich hat sich herausgestellt, dass interaktive Projektionsleinwände, großflächige Multitouch-Anwendungen, interaktive Zielscheiben und ähnliche Dinge unsere ersten Märkte sein werden.“
 

Raus aus dem Kämmerlein

Kein Honiglecken war angesichts der ehrgeizigen Pläne des Duos die Finanzierung. 500.000 Euro Eigenkapital stecken heute im Unternehmen, an dem die beiden Gründer die Mehrheit, aber auch ein Bankenfond sowie Business Angels Anteile halten. Und diese sind es auch, die schon früh auf die Physiker und ihre Geschäftsidee aufmerksam werden. Ebner: "Das war ein ganz komischer Zufall. Wir durften uns auf einer Veranstaltung eines Technologie-Inkubators mit einem kleinen runden Tischerl präsentieren.“ Und schon bald beißt tatsächlich ein Investoren-Vertreter an. Der Gründer: "Die haben dann relativ rasch bei uns investiert.“ Angehenden Gründern und Gründerinnen rät Ebner daher, sich mit ihrer Geschäftsidee ebenfalls nicht zu verstecken. Es sei ein Fehler, die Idee "im stillen Kämmerlein“ bis zur Perfektion auszubrüten und erst danach nach außen gehen zu wollen. Die Erfahrungen der isiQiri-Gründer: "Wir haben wirklich schon ganz am Anfang begonnen, unsere Geschäftsidee publik zu machen, als wir nur ein Konzept auf einem A4-Zettel gehabt haben. Auf allen möglichen Websites, auf allen möglichen Veranstaltungen, wir haben versucht, keine Möglichkeit auszulassen.“
 

Businessplan-Wettbewerb i2b

Der Vorteil: "Man bekommt ständig Inputs und lernt Leute kennen. Und letztlich hilft das auch dabei, die Idee weiterzuentwickeln.“ Gleich zum Unternehmensstart haben die Gründer etwa auch an Österreichs größtem Businessplan-Wettbewerb i2b (ideas to business), initiiert von den Wirtschaftskammern Österreichs und der Erste Bank, teilgenommen. Ebner: "Ich würde jedem empfehlen, da mitzumachen.“ Nicht zuletzt um Feedback zu bekommen und letztlich auch die "Ich würde jedem empfehlen, da mitzumachen" Bestätigung, dass die Geschäftsidee tatsächlich tragfähig ist. Auch das Businessplan-Handbuch von i2b sei "wirklich gut“ lobt Ebner, der auch sonst sehr gerne auf die Beratungs-Dienstleistungen des Gründerservice der Wirtschaftskammern zurückgegriffen hat. Ebner: "Am Anfang sind die Broschüren sehr hilfreich. Und natürlich all die kleineren Förderungen, von denen man eigentlich nur bei der Wirtschaftskammer erfährt.“
 

Tochter im Silicon Valley

Mit mittlerweile 14 Mitarbeitern, einem neuen Tochterunternehmen im kalifornischen "Silicon Valley“ und dem anerkannten Alleinstellungsmerkmal, großflächige Fotodetektoren relativ kostengünstig herstellen zu können, ist isiQiri auf einem guten Weg. Kunden sind nahezu alle Hersteller von Touchscreens, LCD-Screens und Konferenzsystemen wie unter anderem Panasonic, Samsung, HP, Apple und Co. Dieser Tage soll ein neuer, großer Entwicklungsauftrag im Wert von rund einer Million Euro unterzeichnet werden. Richard Ebner zieht ein erstes Resümee: "Der Gründer ist nie zufrieden. Wenn wir uns aber mit anderen Technologie Start-Ups vergleichen und die Finanzierungs-Rahmenbedingungen in Österreich mitbedenken, dann sind wir eigentlich ganz gut unterwegs.“
 
 
isiQiri interface technologies GmbH
Richard Ebner, CEO
Softwarepark 37
4232 Hagenberg
Tel.: 07236-33514-151
Fax: 07236-33514-159

www.isiqiri.com